Stickstoffbilanz

N-Überhänge nach schwachen Getreideerträgen


Die historisch niedrigen Getreideerträge dieses Jahres hinterlassen nicht nur Spuren in den Deckungsbeiträgen. Auch die hohen N-Überhänge gilt es in den Griff zu bekommen. Denn in aller Regel wurde deutlich mehr Stickstoff gedüngt als durch den geringen Kornertrag abgefahren wurde.

Ein A-Weizen mit einem Ertrag von 50 dt/ha und 14 Prozent Protein entzieht im Korn lediglich 100 kg N. Bei 80 dt/ha und 12,5 Prozent Protein ergäbe sich ein theoretischer Entzug von knapp 150 kg N. Die Differenz steht der Folgekultur zur Verfügung, wenn keine Auswaschung bis zur nächsten Aussaat erfolgt. In der Regel dürften die verfügbaren N-Menge nach Getreide als Vorfrucht noch deutlich darüber liegen. Denn die geringen Bestandesdichten im Getreide führen auch zu einem geringeren Strohaufkommen, das wiederum vergleichsweise viel Stickstoff enthält und damit ein bereits enges C/N-Verhältnis aufweist. Die für den zügigen Strohabbau notwendige Stickstoffmenge ist deshalb in diesem Jahr deutlich geringer. Damit steht auch die gesamte Herbstmineralisation vorwiegend der Folgefrucht zur Verfügung. Bei deutlichen Mindererträgen von Gerste und Weizen dürfte kein N-Düngebedarf zu Zwischenfrüchten und Raps bestehen.
Viele Betriebe versuchen die N- und P-Entzüge durch die Abfuhr der Ernterückstände zu erhöhen. Im Stroh befinden sich durchschnittlich 0,5 Prozent Stickstoff. Bei einem Strohertrag von 4 t/ha werden 20 kg N exportiert. In diesem Jahr blieb aufgrund der trockenheitsbedingten vorzeitigen Abreife viel Stickstoff im Stroh. So ist bei den betroffenen Beständen mit N-Gehalten im Stroh von eher 1 Prozent auszugehen.
Eigene Analysen geben Aufschluss über die tatsächlichen Werte.

Frucht

A-Weizen (SOLL)

A-Weizen (IST)

Ertrag, Qualität

80 dt/ha, 12,5 % Protein

50 dt/ha, 14 % Protein

N-Abfuhr durch Korn

150 kg

100 kg

Korn-Stroh-Verhältnis

0,8

0,8

N-Gehalt im Stroh

0,5 %

1,0 %

C/N-Verhältnis des Stroh

75:1

40:1

Menge Stroh

64 dt/ha

40 dt/ha

Menge Stoppel + Wurzel

32 dt/ha

20 dt/ha

Summe Ernterückstände

96 dt/ha

60 dt/ha

N-Bedarf Strohrotte

80 kg

20 kg

Summe (N-Abfuhr + N-Bedarf Strohrotte)

230 N

120 N

 

N-Zufuhr nach der Vorfrucht

Raps

Weizen

Nmob Boden (50 BP)

50 kg

50 kg

Nmob Vorfrucht

50 kg

15 kg

Nmob Org. Düngung (10 cbm/a)

10 kg

10 kg

N-Düngung zum Weizen

150 kg

175 kg

Summe (Nmob + N-Düngung)

260 kg

250 kg

N-Überhang Herbst 2018

30 kg

130 kg


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