Stoppelbearbeitung nach der Rapsernte

Durchwuchsraps schmälert die Folgeernte


Enge Rapsfruchtfolgen und Fehler bei der Stoppelbearbeitung nach der Rapsernte bewirken einen Anstieg der Samenbank mit Altraps im Boden. Bei nur ein Prozent Druschverlust gelangen 30 bis 40 kg/ha oder rund 1000 Rapssamen je qm auf den Boden, die möglichst vollständig zum Auflaufen gebracht werden müssen.

Die Wintergerstenernte ist in den meisten Regionen abgeschlossen und die Rapsernte ist voll im Gange. Dem Mähdrescher muss die richtige Herangehensweise bei der Bodenbearbeitung folgen, um Durchwuchsraps zu vermeiden.

Ausfallraps bildet für den gedrillten Raps eine starke Konkurrenz. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der einzelnen Rapspflanzen beeinträchtigt: Lagerrisiko und Auftreten von Krankheiten steigen. Auch im Hinblick auf die DüV wirkt sich eine ungewollt zu hohe Bestandesdichte mit mehr als 50 Pflanze je m² ungünstig aus: Mehr Pflanzen benötigen auch mehr Stickstoff im Herbst, den wir aber nicht mehr ausbringen dürfen.

Deshalb muss nach der Rapsernte alles darangesetzt werden, um die ausgefallenen Rapskörner möglichst vollständig zum Keimen zu bringen.

Werden Rapssamen durch zu tiefe Bodenbearbeitung nach der Ernte vergraben und können dort nicht keimen, fallen sie in die sekundäre Keimruhe. Diese Rapskörner laufen dann in den Folgejahren kontinuierlich auf. Je höher der Ölgehalt im Samen ist, umso länger überlebt der Samen und kann so 20 und mehr Jahre im Boden überdauern.

Was tun gegen Durchwuchsraps?

Waren die Druschbedingungen schlecht und bildeten sich Kaffhaufen hinter dem Mähdrescher müssen diese mit einem Striegel oder seicht arbeitenden Zinkengerät auseinandergezogen werden, damit die Samen auf den Boden fallen. Unmittelbar danach sollte eine flache Bodenbearbeitung folgen.

Unter trockenen Bodenverhältnissen erfolgt sofort nach der Ernte eine maximal 4 cm tiefe Bearbeitung erfolgen, um Rapsstroh mit den ausgefallenen Samen mit Erde zu vermischen. Durch tiefere Bearbeitung werden Rapskörner vergraben und fallen in die Keimruhe. Je schwerer ein Boden, desto kritischer ist das „Vergraben“ von Rapskörner zu sehen.

Ist die Bodenoberfläche feucht, z.B. durch Regen nach der Ernte bzw, nach dem Striegeln, wird mit der Stoppelbearbeitung 3 bis 4 Tage nach der Rapsernte und dem Striegeln gewartet, um einen Großteil der ausgefallenen Rapssamen ankeimen zu lassen. Erst danach darf der Boden bearbeitet werden.

Rapsstoppel stehen zu lassen oder nur anzuwalzen, erhöht das Verticillium-Risiko. Das Risiko wird verstärkt, wenn die Stoppeln zu diesem Zeitpunkt noch grün sind. An den Rapswurzeln werden die Überdauerungsorgane (Mikrosklerotien) des Erregers Verticillium longisporum gebildet. Diese können bis zu 10 Jahre im Boden überdauern. Eine sichere Bekämpfung gegen diese Krankheit ist derzeit nicht möglich.

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