Mangelversorgung

Wann sollte mit Spurenelementen gebeizt werden?

Bestimmte Standorte haben ein Problem: Nicht alle notwendigen Elemente finden sich im Boden. Es kann notwnedig sein, Mangan, Zink und Kupfer künstlich nachzubeizen. Hier erfahren Sie alles wissenswerte dazu!

Worauf bei der Nachbeizung zu achten ist und welcher Boden Behandlung erfordert, führen Wir Ihnen im Folgenden auf:

Mangan-Beizung

  • alle Standorte mit sehr hohen pH-Werten und regelmäßiger Trockenheit nach der Saat
  • Standorte mit niedrigen Mangangehalten im Boden (z.B. Podsole, aufgekalkte, vorher stark saure Diluvialböden).

Während auf letzteren auch Mangansulfate oder -nitrate, also Salze angebeizt werden können, ist bei hohen pH-Werten die Beizung mit Mn-Chelaten angeraten, die im Boden nicht durch Oxidation festgelegt werden. Durch die Beizung kann der Manganbedarf bis zum 4-Blattstadium überbrückt werden, um Herbizidstress und das frühzeitige Vergeilen der Pflanzen infolge von Manganmangel zu verhindern. Danach ist meist trotzdem noch eine Blattdüngung mit Mangan notwendig, wenn regelmäßig Mn-Mangel auftritt.

Kupfer-Beizung

  • auf allen humosen Standorten mit mehr als drei Prozent Humus (Wiesenumbrüche, anmoorige Böden oder Senken, aber auch Schwarzerden mit hohen Humusgehalten).
  • bei Direktsaat und der Akkumulation von organischer Substanz in der obersten Bodenschicht,
  • bei Kupfergehalten unter 1 ppm im Boden auf allen anderen Böden, vor allem Diluvialböden, Urgesteinsböden und Kalkböden.

Ist mit einer Festlegung durch die organische Substanz im Boden zu rechnen, kommen nur Cu-Chelate für die Beizung in Betracht. Die Beizung mit Kupfer deckt den Cu-Bedarf bis zum 6-Blattstadium. Danach muss der Cu-Bedarf durch eine Blattdüngung gedeckt werden. Die Beizung mit Kupfer verbessert die Gewebefestigkeit und Frosttoleranz und vermindert die Mehltauanfälligkeit und senkt das Herbizidrisiko.

Zink-Beizung:

  • Auf Standorten mit pH-Werten über 6,5 (sandige) bzw. über 7,0 (lehmige und tonige Böden) oxidiert auch Zink im Boden und kann dann nicht mehr aufgenommen werden.
  • Auch durch hohe Phosphatgehalte im Boden wird Zink durch Bildung unlöslicher Zink-Phosphate festgelegt. Absoluter Zn-Mangel kann auf diluvialen Sandstandorten und auf Kalksteinverwitterungsböden auftreten.
  • Auch Urgesteinsböden weisen geringe verfügbare Zink-Gehalte auf, wenn jahrzehntelang weder Thomasmehl, Klärschlamm oder organischer Dünger ausgebracht wurden.
  • Da Zinkmangel in erster Linie aber durch Festlegung auftritt, sind Zn-Chelate für die Beizung vorzuziehen, auch wenn die Phosphatgehalte im Boden über 30 mg/100 g liegen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats