Trockenheit und Hitze

Kann man den gestressten Kulturen etwas Gutes tun?


Hitze und Trockenheit machen den Kulturen auf dem Acker zu schaffen. Vor allem in Ostdeutschland sind bereits großflächig Stress-Symptome bis hin zu irreversiblen Schäden selbst auf besten Böden zu erkennen: Maispflanzen drehen die Blätter zusammen und halten sie spitz nach oben, Rüben und Sojabohnen lassen dagegen die Blätter hängen.

In Süddeutschland, aber auch in Norddeutschland sieht man ähnliche Symptome vorwiegend auf schwachen Böden oder Teilflächen. Ist das der Fall, dauert es noch 10 bis 14 Tage bis die Stress-Symptome auch auf den besseren Stellen im Schlag zu erkennen sind. Ursache der Stressreaktion ist der Turgorschwund in der Pflanze und die reduzierte Nährstoffaufnahme, die sich auch auf den Enzymhaushalt auswirkt. Enzyme wiederum helfen der Pflanze Stress zu bewältigen.

Bei Trockenheit wird die Aufnahme der Hauptelemente Phosphor, Kalium und Kalzium stärker eingeschränkt als die Aufnahme von (Nitrat-) Stickstoff, Schwefel und Magnesium. Vorwiegend die eingeschränkte K-Aufnahme wirkt sich auf den Turgor der Pflanze aus und lässt diese schlaff und welk erscheinen. Die hängenden Blätter von Zuckerrüben und Sojabohnen sind ein Hinweis auf eine knappe Kalium-, vielleicht auch Kalziumversorgung. Während die aufrechtstehenden, spitzen Maisblätter mit der eingeschränkten P-Aufnahme in Verbindung stehen dürften. Wenn allerdings die unteren Blätter des Mais von der Spitze her scharf abgegrenzt vergilben, ist auch von K-Mangel auszugehen.

Unter den Spurenelementen wird vor allem die Aufnahme von Bor und Molybdän, Mangan, und Zink durch Trockenheit stark eingeschränkt.

Treten im Schlag erste Trocken- bzw. Hitzestress-Symptome auf, ist es noch sinnvoll, die noch intakten Zuckerrüben-, Mais- oder Soja-Pflanzen über das Blatt mit Phosphor, Bor, Mangan und Zink auf Standorten mit hohem pH-Wert zu düngen. Auf Standorten mit pH-Werten unter 6 kann auf Verdacht Phosphor, Bor und Molybdän gespritzt werden.

Leiden die Pflanzen bereits erkennbar unter Trocken- und Hitzestress erhöhen Blattdüngungsmaßnahmen die Salzkonzentration in der Pflanze und verstärken den Stress. Bereiche mit bereits erkennbarem Stress deshalb aussparen. Am besten erfolgt die Blattdüngung in den frühen Morgenstunden in die noch taufeuchten Bestände.

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