Ungräser

Trespenprobleme nehmen weiter zu


Probleme mit der Trespe sind schon seit Jahrzehnten bekannt und breiten sich immer mehr aus. Auch in diesem Jahr sieht man Trespen im Randbereich vieler Äcker vor sich hinwachsen.

Die Samen der Trespen (Bromus-Arten) verbreiten sich auf natürlichem Weg nur 2 Meter weit. Sie können jedoch durch den Mähdrescher 6, 10 oder auch 12 Meter weit in den Schlag hinein verteilt werden. Damit ist der Grundstein für starken Trespen- bzw. generell den Ungrasbefall im Folgejahr gesetzt. Die Trespen (vorwiegend Taube, Roggen- und Weiche Trespe) konnten sich auf den Kulturflächen ausbreiten, obwohl die Überlebensdauer des Flachkeimers in tieferen Bodenschichten gering ist.

In diesem Jahr verbreiteten sich Ungräser wie Trespe, Windhalm, Ackerfuchsschwanz oder auch Flughafer im Getreide trotz Herbizidmaßnahmen im Herbst großräumig, weil die Wirkung der Bodenherbizide infolge der Trockenheit stark abfiel. Die Wirkung der ALS-Hemmer im Frühjahr wurde durch suboptimale Bedingungen (Kälte) herabgesetzt.

Generell sollten zur Verminderung des Trespendruckes Böschungen, Weg- und Straßenränder, Feldraine und Rekultivierungsflächen vor dem Rispenschieben der Trespen gemäht bzw. gemulcht werden. Allerdings müssen Stichtage eingehalten werden, die im Widerspruch zu dieser Hygieneforderung stehen. Das Abmähen bzw. Mulchen nach dem Rispenschieben kann das Auskeimen der Trespensamen nicht mehr verhindern.

Beim Mulchen ist darauf zu achten, dass die Gräser nicht bis auf den Boden abgemulcht werden, da Trespen aufgrund der hohen Samenbildung und Keimfähigkeit begünstigt durch die bessere Belichtung in der Folge sehr schnell wieder auflaufen und andere Gräser unterdrücken können. Idealerweise sollte die Grasnarbe 10 bis 15 cm lang bleiben, damit die Beschattung des Bodens durch die vorhandenen Gräser ausreicht, um den Trespenauflauf zu verringern.

Ist der Trespenbesatz auf den äußeren Feldrand begrenzt, ist ernsthaft zu überlegen, diesen Bereich nicht zu beernten, sondern vor der Blüte der Trespen abzumähen bzw. nach der Blüte aus dem Schlag zu bringen. Das gilt vor allem für pfluglos wirtschaftende Betriebe.

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