Unkrautbekämpfung

Einsatzbedingungen für Rübenherbizide


Die Unkrautbekämpfung mit Herbiziden beschränkt sich in Zuckerrüben auf eine überschaubare Palette an Wirkstoffen. Die Hauptlast der Unkrautbekämpfung tragen nach wie vor die Klassiker Metamitron und Phenmedipham.

Beide Wirkstoffe gehören zu den sogenannten Photosynthesehemmern (PS II Hemmer, HRAC-Gruppe C1). Auf trockenen Böden werden metamitronhaltige Mittel bei hoher UV-Strahlung sehr rasch abgebaut. Unter diesen Bedingungen sollte das Metamitron auf ein Minimum reduziert werden, dafür die Wirkstoffmenge des ausschließlich blattaktiven Phenmedipham (+ Desmedipham) erhöht werden. PMP und DMP sind die Basiswirkstoffe bei Trockenheit.

Für eine optimale Wirkung dieser Wirkstoffe sind eine ausreichend hohe Wirkstoffkonzentration und eine gute Benetzung erforderlich. Die Zuckerrübe kann das Phenmedipham und Desmedipham über Nacht gut abbauen, deshalb sind Spritzungen gegen Abend zu für die Rüben verträglicher. Durch Anpassung der Wirkstoffmengen werden auch größere Melde, Gänsefuss-Arten oder Windenknöterich recht sicher erfassen.

Das Ethofumesat greift in die Synthese langkettiger Fettsäuren (VCLFA-Hemmer, HRAC N) ein und führt damit u.a. zu einer veränderten Zusammensetzung der Wachsschicht. Das hat eine höhere Verdunstungsrate zur Folge. Im Boden gelöste Wirkstoffe werden dadurch besser aufgenommen, z.B. die Wirkung von Metamitron unterstützt. Hohe Ethofumesatmengen wirken sich unter nass-kalten Bedingungen negativ auf ein zügiges Wachstum der Rübe aus. Das Ethofumesat wird hauptsächlich gegen Klettenlabkraut und Bingelkraut eingesetzt.

Das Triflusulfuron (Debut) ist der einzige ALS Hemmer (HRAC B) unter den derzeit zugelassenen Rübenwirkstoffen. Das Triflusulfuron hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase. Es wird hauptsächlich über die Blätter aufgenommen, kann deshalb auch bei Trockenheit eingesetzt werden. Das Debut hat eine gute Wirkung gegen Klettenlabkraut, Raps, Vogelknöterich sowie Hundspetersilie. Debut sollte immer im Block gespritzt werden und nach Möglichkeit nicht zusammen mit Wuchsstoffen (Quinmerac, Clopyralid) ausgebracht werden.

Zu den Wuchsstoffen zählt z.B. Quinmerac (HRAC O). Das Quinmerac wirkt über den Boden und über das Blatt. Quinmerac sollte unter feuchten Bodenbedingungen im Vorauflauf bzw. als 1. Nachauflaufmaßnahme gegen Hundspetersilie und Klettenlabkraut eingesetzt werden, um eine ausreichende Wirkung sicherzustellen.

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