Wann und Wie?

Gezielt Bodenproben nehmen


Aus rechtlicher Sicht müssen alle sechs Jahre die Nährstoffgehalte der Böden überprüft werden. Auch aus pflanzenbaulicher Perspektive ist eine regelmäßige Kontrolle der Bodenversorgung angeraten.

Nach der Getreideernte ist ein guter Zeitpunkt für die Entnahme von Bodenproben. Die Aussagekraft der Proben hängt maßgeblich von der Qualität der Probenahme ab. Keinesfalls sollten Proben „einfach entlang der Fahrgassen“ gezogen werden. Vielmehr gilt es sich an Bodenunterschieden (Bodenart, Humusgehalt, Gründigkeit) zu orientieren. Bei der Festlegung der Beprobungszonen und Beganglinien sollten deshalb die zur Verfügung stehenden Informationen zum Boden zu Grunde gelegt werden (Reichsbodenschätzung, Leitfähigkeitsmessungen etc.).
Auch Luftbilder geben Aufschluss über Bodenunterschiede. Unterschiedliche Dunkelfärbung des unbewachsenen Bodens ist beispielsweise ein sicheres Indiz für wechselnde Humusgehalte.
Weniger geeignet sind Fotos von Beständen oder Ergebnisse der Ertragskartierungen, weil nicht immer sicher gesagt werden kann, dass Unterschiede in Biomasse oder Ertrag nicht auch auf andere Gründe als die Bodenqualität zurückgeführt können.

Bei Bodenuntersuchungen sollten neben der Grundbodenuntersuchung (GBU) bestehend aus pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium auch einmalig der Humusgehalt und das C/N-Verhältnis bestimmt werden. Letztere sind vor allem für die Düngebedarfsermittlung interessant, da für humose Böden Abschläge bei der N-Düngung vorzunehmen sind.
Wenn Zweifel bestehen, ob die bei der Fingerprobe bestimmte Bodenart tatsächlich zutrifft, sollte zudem die Korngrößenverteilung mithilfe des Sedimentationsverfahrens bestimmen werden.

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