Was ist schiefgelaufen?

Kranke Rüben im Süden

Im Süden Deutschlands ist zu beobachten, dass einige Rübenschläge von außen krank wirken. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich fast immer um Cercospora.

Trotz 3- bis 4-maliger Behandlung kam es zu Blattverlusten. Dabei stellt sich die Frage ob es an der falschen Mittelwahl oder an der Terminierung lag.
In den meisten Fällen hängt der jetzige Befall mit der falschen Terminierung zusammen. Speziell die erste Maßnahme kam zu spät.

Bei absterbendem Gewebe helfen Fungizide nicht mehr 

Cercospora gehört zu den fakultativen Parasiten, der durch Toxine das Gewebe für eine weitere Entwicklung abtötet. Das erschwert die Bekämpfung dieser Pilze. Absterbendes Gewebe kann durch Fungizide nicht mehr geschützt werden. Auch eine Infektion kurz vor der Symptomeausbildung, wenn die halbe Latenzzeit überschritten ist, kann nicht mehr durch Fungizide gestoppt werden.

Der Pilz Cercospora benötigt hohe Luftfeuchte (über 90 Prozent) plus Temperaturen über 25 °C und hat eine sehr kurze Inkubationszeit von 110 °C Tagen. Diese Konstellation tritt im Süden i.d.R. in der ersten Junihälfte ein (erste Sommergewitter).
In diesem Jahr haben die Temperaturen bereits im Mai die 25 bis 30 °C überschritten und es kam im Mai schon zu „Sommergewittern“. Die Rüben hatten sich durch die hohen Temperaturen auch schneller als sonst entwickelt. Reihenschluss war meist schon im Mai.

Landwirte, die nach dem üblichen Datum und die frühen Infektionsbedingungen außer Acht gelassen oder gar die ersten Symptome abgewartet haben, haben die erste Infektion verpasst waren trotz mehrmaliger Behandlungen nicht mehr Herr der Lage.
Bestände, in denen die Primärinfektion im 8 bis 10 Blattstadium (Ende Mai) mit einer protektiv wirkenden Maßnahme verhindert wurden und im Anschluss unter erneuten Infektionsbedingung und den Schutz der Zuckerrüben abgesichert haben, konnten die Rüben bis jetzt gesund halten.

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