Kalkdünger

Tipps zur richtigen Erhaltungsdüngung

Je nach Art und Weise der Herkunft bzw. Herstellung lassen sich Kalkdünger hinsichtlich der Reaktionsgeschwindigkeit unterscheiden. Kohlensaure Kalke entstehen durch Mahlen von Calciumcarbonat- oder Dolomit-haltigen (Mg-Carbonate) Kalksteinen.

CaCO3 bzw. MgCO3 werden im Boden zu Ca- oder Mg-Hydrogencarbonat (Ca(HCO3)2 bzw. (Mg(HCO3)2 und dann erst zu Ca(OH)2 bzw. Mg(OH)2 umgesetzt werden. Diese Umsetzung läuft in sauren Böden (unter pH 6) relativ schnell ab. Diese Kalkdünger können auch für die Erhaltungsdüngung auf schweren Böden verwendet werden.

Carbokalk ist ebenfalls ein kohlensaurer Kalk, der aber aufgrund seiner Struktur schnell wirkt. Je nach Kalkart, die in der Zuckerfabrik eingesetzt wird, enthält der Carbokalk Mg-Gehalte zwischen 0 - 15 Prozent.  Zusätzlich ist der P- und NH4-Anteil zu berücksichtigen. Mit 3 t Carbokalk werden etwa 60 kg/ha P2O5 und 40 kg/ha NH4-N ausgebracht.
Setzt man den Kalkstein hohen Temperaturen aus, erhält man gebrannte Kalke. Diese bestehen hauptsächlich aus Ca0 oder MgO. Am schnellsten wirkt dabei Branntkalk (85 Prozent CaO) gefolgt von Magnesium. Branntkalk (70 Prozent CaO + 15 Prozent MgO). Das im Branntkalk enthaltene CaO (bzw. MgO) wird im feuchten Boden schnell in Ca(OH)2 bzw. Mg(OH)2 umgesetzt und wirkt dann ebenfalls sofort neutralisierend. Dabei ist die Wirkung des MgO um 40 Prozent stärker als die Wirkung des CaO!

Neben dieser Bodenreaktion im feuchten Boden gibt es auch im industriellen Prozess hergestellte Löschkalke. In diesem Fall wird wie im Boden gebrannter Kalk mit sehr viel Wasser versetzt, wodurch Löschkalk entsteht. Löschkalke mit rund 70 Prozent CaO sind in der schnell neutralisierenden Wirkung mit den Branntkalken zu vergleichen.

Ca- (bzw. Mg-) Silikate sind Industriekalke, die als Abfall- und Nebenprodukte anfallen (Hütten- und Konverterkalk). Diese Kalke enthalten 75 Prozent Ca2SiO4 bzw. 40 - 50 Prozent CaO.
Als Nebenbestandteile enthalten diese Kalke Spurenelemente (Bor, Mangan, Zink, Kupfer, Molybdän, Kobalt) in unterschiedlicher Konzentration. Hütten- bzw. Converterkalke wirken sehr langsam (4 bis 6 Jahre).

Algenkalke (z.B. Timac-Kalk) werden durch Trocknen und Vermahlen von Algen (Lithothamine) aus dem Meer gewonnen. Diese Kalke sind weicherdig, d.h. porös, und werden aufgrund der großen angreifbaren Oberfläche schnell umgesetzt. Algenkalke enthalten zudem etwa 50 ppm Bor, also pro Tonne 50 g Bor. Algenkalke sollten nicht über 3 Prozent NaCl (Kochsalz) enthalten.
Die Wirkung der oben aufgeführten Kalke hängt natürlich sehr stark vom Vermahlungsgrad ab. Je feiner, umso besser.

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