Wintergerste

Frühzeitig und intensiv einkürzen

Aufgrund des milden Winters kam es zu einer intensiven Vernalisation in den Wintergetreidebeständen. N.U. Agrar rät deswegen zu einer baldigen und starken Kürzung.

 

Das späte Vegetationsende und der frühzeitige Vegetationsstart haben den Wintergetreidebeständen ein langes Wachstum unter Kurztagsbedingungen ermöglicht. Daraus resultiert eine hohe Anzahl angelegter Zellen, die ein Risiko für die Standfestigkeit bedeuten. Eine intensive Kürzung ist in diesem Jahr deshalb dringend angeraten. Aufgrund der wenigen Frosttage, aber meist kühlen Temperaturen unter 10°C, erfolgte eine intensive Vernalisation. Dadurch verkürzt sich der Tageslängenanspruch des Wintergetreides. Im Vergleich zu „Normaljahren“ ist deswegen mit einem früheren Schossbeginn insbesondere in den Frühsaaten zu rechnen.

Frühe Wintergerste steht ab dieser Woche zur Kürzung an. Vielfach ist der erste Knoten bereits über zwei Zentimeter vom Bestockungsknoten abgehoben und der zweite Knoten beginnt sich vom ersten zu lösen. In diesen Beständen sollte die Standfestigkeit nun durch ein Trinexapac-haltiges Produkt abgesichert werden. Die Spritzung an hellen, strahlungsreichen Tagen unterstützt die Wirkung. Vor allem in Sorten mit hoher Lagergefahr (Lomerit, Meridian) oder schwacher Strohstabilität (Hybridsorten, Joker, Higgins) sollten robuste Aufwandmengen zum Einsatz kommen. Wenn sich auch bereits das zweite Internodium gestreckt hat, ist die Kombination von Trinexapac und Ethephon anzuraten.

Die Wachstumsregler-Applikation kann je nach Bedarf mit Fungiziden gegen Zwergrost, Mehltau, Netzflecken oder Rhynchosporium ergänzt werden. Kombinationen mit Herbiziden (insbesondere mit Brenner und Wuchsstoffen) sind aus Verträglichkeitsgründen zu vermeiden.

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