Wintergerste

Ramularia - Symptome und Bekämpfung


Erste Ramularia-Symptome traten nach Ostern im Südwesten Deutschlands und am letzten Aprilwochenende auch im Osten (Raum Aschersleben) auf. Die Bedingungen für die Ausbreitung der Krankheit sind in den nächsten Tagen nahezu optimal.

 Eine sichere Bekämpfung kann in den nächsten Tagen nur protektiv mit Chlothalonil (Bravo (Restbestände), Balear (Österreich) oder Amistar Opti (Azoxystrobin + Chlorthalonil) erfolgen, bevor sich der Erreger auf den oberen Blattetagen festgesetzt hat.

Ramularia-Symptome

Ramularia ist an den schwarzbraunen, 1-3 mm langen Flecken auf der Blattspreite und an der Blattscheide zu erkennen. In der Mitte sind die Flecken oft etwas dunkler. Die Flecken werden durch die Blattadern begrenzt, können aber von einem gelben Hof umgeben sein, der über die Blattadern hinaus reicht.

Aufgrund der stärkeren Belichtung sind die Flecken auf der Blattoberseite i.d.R. dunkler als auf der Blattunterseite. Mit der Lupe kann man meist auf der Blattunterseite parallel zu den Leitbahnen die längsreihig angeordneten Konidienträger als weiße Büschel erkennen. Bei starkem Befall fließen die Blattflecken zusammen, die Blätter sterben danach sehr schnell ab. Während der Abreife kann der Pilz auch Stängel, Spelzen und Grannen befallen.

Ramularia produziert Toxine (= Rubelline)

Verantwortlich für das schnelle Absterben der Blätter sind die durch den Pilz gebildete Rubelline. Intensive Sonneneinstrahlung aktiviert diese Phototoxine aktiviert. In der Folge werden Sauerstoffradikale gebildet, die das Blattgewebe bei hoher Einstrahlung und Temperaturen über 25 °C innerhalb weniger Tage zerstören.

Längere Blattnässephasen, wie in diesen Tagen, sind für die Ausbreitung des Pilzes von Vorteil. In der Folge werden auf Primärläsionen große Mengen Sporen gebildet, die dann die Sekundär-Infektionen hervorrufen.

Die Weiterverbreitung der Konidien erfolgt im Bestand über Wind bzw. Regenspritzer. Dadurch gelangt der Pilz auch von den unteren Blättern auf die oberen, dem Sonnenlicht stärker ausgesetzten Blattetagen. Durch Temperaturen über 25 °C und intensive Belichtung werden die Rubelline aktiviert, die den Blattapparat nekrotisieren. Kritisch sind bis in die Mittagszeit anhaltende Tauphasen, Nachtfröste oder aber vorangegangener Regen mit nachfolgender intensiver Strahlung, wenn die Aerosole aus der Luft gewaschen wurden.

Bekämpfung der Ramularia in Gerste

Bis vor 4 Jahren konnte Ramularia durch Carboxamide in Kombination mit Epoxiconazol oder Prothioconazol noch gut erfasst werden. Inzwischen wurden Rassen mit Target-site-Resistenz gegen Carboxamide selektiert und verbreitet. Gegen diese Rassen wirkt das Chlorthalonil noch sicher, muss aber protektiv - vor dem Angehen von Infektionen auf den oberen Blättern - eingesetzt werden.

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