Wintergerste und Winterroggen

Abschlussmaßnahmen mit Fungiziden

Wintergerste und Roggen schieben die Ähre. Wachstumsreglermaßnahmen sollten jetzt abgeschlossen sein. Gelangen ethephon-haltige Wachstumsregler oder auch Herbizide auf die Granne, sind Blütensterilisationen möglich, die vor allem im Roggen zu erhöhtem Mutterkornbesatz führen können.

Wurde aufgrund der Trockenheit auf eine kombinierte Wachstumsregler- und Fungizidapplikation im Fahnenblattstadium verzichtet, sollte eine fungizide Abschlussmaßnahme erfolgen, bevor die Staubbeutel erscheinen.

Im Roggen bieten sich dazu vor allem Azol-Strobilurin-Kombinationen an, die lang anhaltenden Schutz gegen Braunrost versprechen. Auf nachlieferungsstarken Standorten sollten die Strobilurin-Aufwandmengen allerdings begrenzt werden, da sonst die Umlagerung der Assimilate in die Ähre zusätzlich verzögert wird. Tritt vereinzelt noch Mehltau auf, ist Azolen mit Mehltau-Wirkung der Vorzug zu geben (Cyproconazol, Triadimenol). Die letzte Spritzung im Roggen sollte auf jeden Fall abgeschlossen sein, bevor die Staubbeutel da sind, um ein Verkleben der Antheren zu vermeiden.

In der Wintergerste sind für eine Spritzung auf die Granne vor allem chlorthalonil-haltige Produkte vorzusehen, um das Ausbrechen von Ramularia zu verhindern. Ramularia befällt neben dem Blattapparat auch die Grannen, die in der Wintergerste erheblich zur Assimilationsleistung beitragen und deshalb ebenfalls fungiziden Schutz benötigen.

Wurde im oberen Blattbereich noch kein Fungizid eingesetzt, sollten die gängigen Strobilurin-Chlorthalonil-Kombinationen durch ein Azol-Produkt ergänzt werden, um bereits gesetzte Infektionen mit Netzflecken oder Zwergrost auszuräumen. Chlorthalonil oder Strobilurine haben lediglich protektive Wirkung. Bei massenhaftem Auftreten von Getreidehähnchen oder Blattläusen können Pyrethroide zugemischt werden.

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