Wintergetreide

Entscheidungshilfe für den frühen Einsatz von Fungiziden


Die Krankheitssituation ist derzeit im Getreide im Vergleich zu den Vorjahren relativ entspannt. Gut entwickelte Bestände zeigen allerdings Symptome.

Bedingt durch den hohen Anteil der Spätsaaten sind die meisten Bestände im Norden und Westen noch wenig mit Krankheiten belastet. In den Frühsaaten treten Mehltau, Septoria tritici und im Stoppelgetreide M. nivale bzw. in der Wintergerste Netzflecken und Rhynchosporium auf. 

Anders schaut es im Osten Deutschlands aus, wo die Landwirte im Herbst rechtzeitig bestellen konnten und somit die meisten Bestände gut entwickelt sind. Diese waren im Herbst häufig schon mit Septoria, Braunrost und Mehltau befallen. Auch die Halmbasis ist nicht selten schon stärker verbräunt, vorwiegend durch Schneeschimmel oder Fusarium culmorum, aber auch durch Pseudocercosporella (Halmbruchkrankheit).

Auch im Süden sind die dort meist später gesäten Weizenbestände gesund. Die Wintergerste ist dagegen häufiger mit Altmehltau, Netzflecken, vor allem aber mit Schneeschimmel und örtlich auch mit Typhula belastet.

Ob und wann ein Fungizid eingesetzt wird, hängt von folgenden Punkten ab.

Ein früher Fungizideinsatz (EC 25/30)zur Bestandessicherung ist angeraten, wenn

• sich ein starker Befall (über 20 % der Pflanzen sind „unten“ braun) mit Krankheiten an der Halmbasis aufgebaut hat. Der Bestand kann dadurch zu stark ausdünnen.

• Die frühzeitige Bekämpfung von Blattkrankheiten (Mehltau, Roste) ist dagegen nur angebracht, wenn:

○ die Bestände insgesamt nur wenig Blattmasse aufweisen und die Gefahr besteht, dass die Assimilationsleistung durch den Befall mit Blattkrankheiten stark eingeschränkt wird,
○ massiver Mehltau-Befall zu einer übermäßig starken Auslichtung der Bestände führen kann,
○ massiver Krankheitsbefall auf den unteren, teils absterbenden Blättern in den üppigen Beständen später nicht mehr vollständig ausgeräumt werden kann, weil die Wirkstoffe durch die oberen Blätter abgeschirmt werden.

Die Fungizidmaßnahme in EC 31/32 ist angeraten, wenn

• Septoria tritici bzw. Netzflecken oder Rhynchosporium auf dem viertletzten Blatt von
10 % der Halme zu finden sind,
• Befall mit Rost und/oder Mehltau auf dem drittletzten Blatt auftritt,
• über 30 % der Pflanzen Halmbasisverbräunungen aufweisen infolge von Krankheiten aufweisen. EC 31/32 ist der letzte Termin, um noch ausreichend Wirkstoff an die Halmbasis bringen zu können.

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