Wintergetreide

Entscheidungshilfen für frühe Fungizidmaßnahmen


Die Getreidebestände sind in der Mehrzahl in diesem Jahr ähnlich gesund wie 2018. Ausnahme sind früh, vor Mitte Oktober aufgelaufene Gerstenbestände.

Diese sind teils stark mit Mehltau und Zwergrost befallen. Hohe N-min-Gehalte und die milden Temperaturen waren optimal für den Mehltau.

Auffallend sauber ist in diesem Jahr die Halmbasis im Getreide. Ausnahmen bilden Höhenlagen über 500 m NN im Süden. Unter der lange geschlossenen Schneedecke (über 4 Wochen) konnte sich auch Schneeschimmel ausbreiten. Rhizoctonia und Halmbruch sind selbst auf prädestinierten Standorten kaum zu finden. Zu der Frage, wann und ob ein Fungizid eingesetzt wird, sind folgende Punkte zu beachten.

Der sehr frühe Fungizideinsatz in EC 25/27 ist angeraten, wenn:

  • sich ein starker Befall mit Krankheiten an der Halmbasis aufgebaut hat (über 20 Prozent der Pflanzen „unten“ braun). Der Bestand kann dadurch zu stark ausdünnen, wodurch die Bestandesdichte gefährdet ist.

Die frühzeitige Bekämpfung von Blattkrankheiten (Mehltau, Roste) ist nur dann angebracht, wenn:

  • die Bestände insgesamt bereits wenig Blattmasse aufweisen und die Gefahr besteht, dass die Assimilationsleistung eingeschränkt wird,
  • massiver Mehltau-Befall zu einer übermäßig starken Auslichtung der Bestände führen kann,
  • in extrem üppigen Beständen massiver Befall auf den unteren, teils absterbenden Blättern später nicht mehr ausgeräumt werden kann, weil die Wirkstoffe durch die oberen Blätter abgeschirmt werden.

Die Fungizidmaßnahme in EC 31/32 (4.letztes Blatt) ist angeraten, wenn:

  • sich Septoria tritici aufgeschaukelt hat (3. Blatt nahezu jeder Pflanze befallen ist)
  • starker Befall mit Rost und/oder Mehltau vorliegt,
  • über 30 Prozent der Pflanzen mit Halmbasiskrankheiten befallen sind („letzter“ Termin um ausreichend Wirkstoff an den Befallsort zu bekommen)

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