Wintergetreide

Nach Frost zügig gegen Ungräser vorgehen

Aufgrund der schlechten Befahrbarkeit konnten viele Wintergetreideflächen im Herbst nicht mehr mit Herbiziden behandelt werden. Gräser und Unkräuter konnten sich ungestört entwickeln und müssen nun im Frühjahr bekämpft werden.

Vor besonderen Problemen stehen die Landwirte in unbehandelter Wintergerste mit starkem Gräserbesatz. In diesem Fall bleibt nur der Einsatz eines pinoxaden-haltigen Produktes (Axial, Axial komplett). Windhalm und Weidelgräser werden damit sicher erfasst. Die Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz hängt nicht zuletzt vom Resistenzstatus und der Größe des Ungrases ab. Trespe ist im Frühjahr in Wintergerste mit zugelassenen Mitteln nicht mehr zu bekämpfen.

Zusammen mit Axial sollte nur Florasulam als Komponente gegen breitblättrige Unkräuter eingesetzt werden. Andere Kombinationen setzen die Gräserwirkung des Pinoxadens herab oder verursachen Unverträglichkeiten. Durch Florasulam werden Kamille, Kornblume, Klatschmohn, Klettenlabkraut und Kreuzblütler sowie Ausfallraps, Hirtentäschel und Rauken erfasst.

Etwas entspannter ist die Situation in Winterweizen, Triticale und Roggen. Hier kann und sollte gegen weit entwickelten Ackerfuchsschwanz auf mesosulfuron-haltige Präparate (Atlantis) zurückgegriffen werden, sofern weder Raps noch Zwischenfrüchte nachgebaut werden. Die Zugabe von 30 l AHL hält den Spritztropfen länger feucht und damit den Wirkstoff auf dem Blatt mobil. Die Aufnahme wird damit vor allem bei geringer Luftfeuchtigkeit deutlich verbessert.

Windhalm kann auch durch reduzierte Mengen des Pyroxsulams im Broadway unter Kontrolle gehalten werden. Gegen Trespe zeigt die Kombination aus Atlantis und Broadway hohe Wirkungsgrade.

Die Behandlungen sollten durchgeführt werden, wenn in den vorangegangenen drei Tagen keine Fröste mehr herrschten und tagsüber Temperaturen über 6 °C Wachstum und damit Wirkstoffaufnahme gewährleisten.

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