Wintergetreide

Saatencheck vor der Winterruhe


Die noch ausstehende Zeit bis zur Vegetationsruhe sollte für abschließende Bestandeskontrollen genutzt werden. Diese liefern notwendige Informationen, um im Frühjahr richtig reagieren zu können.

Zunächst sollte unbedingt der Feldaufgang ermittelt werden, der sich im 1 bis beginnenden 2-Blattstadium noch recht einfach ermitteln lässt. Dazu sollten Sie an mehreren Stellen immer zwei Drillreihen nebeneinander auf 1 m Länge auszählen. Einfach den Zählrahmen in den Bestand werfen, ergibt kein gutes Bild, weil damit einmal drei Reihen, das andere Mal vier Reihen erfasst werden.

Neben der Pflanzenzahl pro m² wird damit auch die Homogenität des Bestandes kontrolliert. Achten Sie dabei auf eine gleichmäßige Ablagetiefe und auf die Verteilung in der Saatreihe. Der Blick quer zur Saatrichtung verrät viel über Häufchenbildung! Die ungleichmäßige Ablage lässt sich aber nicht mehr korrigieren. Häufigste Ursachen sind abgesehen von der Drilltechnik zu hohe Arbeitsgeschwindigkeit und ungleichmäßig große Saatkörner.

Bei weiter entwickelter Saaten sollte auch auch die Anzahl kräftiger Triebe mit wenigstens 3 Blättern sowie der kleinen Bestockungstriebe erfasst werden. Diese Zahlen fließen in die spätere Düngungs- bzw. Wachstumsreglerentscheidung mit ein. Auch die Wurzelausbildung (schwach oder gut) liefert wichtige Informationen bzgl. Düngung sowie Herbizid- und Wachstumsreglereinsatz.

Vorzeitiger Befall mit Mehltau und Rosten, Septoría tritici, M Nivale, Netzflecken oder Rhynchosporium, aber auch Halmbasisverbräunungen sind Hinweise für einen sinnvollen Fungizideinsatz im Frühjahr. Der vorhandene Unkrautbesatz entscheidet über die notwendige Erst- bzw. Folgebehandlung mit Herbiziden. Auffälligkeiten am Spross wie Herbizid-Schäden, Nährstoffmangelsymptome oder abiotische Schäden sollten ebenfalls notiert werden.

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