Winterkulturen

Spurenelemente rechtzeitig im Herbst spritzen


Damit Winterkulturen für den Winter gut gerüstet sind, sollten Landwirte rechtzeitig mit Spurenelementen nachhelfen. Wir zeigen, auf welche Signale Sie achten müssen.

Bor und Kupfer beeinflussen positiv die Gewebefestigkeit und sind notwendig für die Einlagerung von Zucker und Proteinen in die Zellen. Dadurch wird die Frosttoleranz der Winterkulturen erhöht. Die Blattdüngung mit Spurenelementen kann sich aber nur dann positiv auf die Frosttoleranz auswirken, wenn die Pflanzen danach noch Zeit haben, Zucker zu bilden und freie N-Verbindungen in Aminosäuren und Proteine einzubauen. Dazu sind wenigstens 10 bis 14 Vegetationstage notwendig. Das bedeutet, die Blattdüngung muss bis Anfang November abgeschlossen sein.

Das gilt auch für die Blattdüngung mit Mangan: Mangan wurde in den letzten Wochen im trockenen Boden oxidiert und kann damit nicht aufgenommen werden. Das ist vor allem im lockeren Boden und bei höheren pH-Werten der Fall. Deutlich wird Manganmangel, wenn die Pflanzen in Verdichtungsspuren grüner sind als im lockeren Boden.

Allerdings müssen wir zwischen grüner und dichter unterscheiden: Im verfestigten Boden sind in der Regel mehr Pflanzen aufgelaufen, die auch besser bestocken. Deshalb erscheint die verdichtete Spur dunkler. Sie müssen die Pflanzen schon nebeneinanderhalten, um den Farbunterschied zu erkennen: Die Pflanzen aus dem lockeren Boden mit Manganmangel wirken graugrün und haben oft schon hellgraue Nekrosen am Blattrand.

Mangan benötigt die Pflanze u.a. dazu, um überschüssige Auxine abzubauen, die zum Vergeilen der Pflanzen führen. Durch den hohen Auxinpool bestockt die Pflanze schlechter. Zum anderen wirkt sich die Manganversorgung auch auf das Wurzelwachstum aus: Deshalb ist eine ausreichende Manganversorgung notwendig, um das Risiko von Wurzelkrankheiten (z.B. Schwarzbeinigkeit im Getreide, Verticillium im Raps) oder Schäden durch Nematoden zu mindern.

Durch die punktuell stark versauernde Wirkung des SSA wird die Verfügbarkeit von Mangan, generell von Schwermetall-Spurenelementen (Cu, Fe, Mn, Zn) signifikant erhöht. Bei ausreichend hohen Gehalten an Spurenelementen im Boden reicht das meist schon aus, um die Versorgung der Pflanzen auf Böden mit hohen pH-Werten im Herbst sicherzustellen. Die Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngern ist im Herbst nach der DüV nicht mehr zulässig.

Bei absolutem Mangel allerdings. z.B. auf früher sauren, heute aufgekalkten sandigen Diluvial-böden, kann die Spurenelementversorgung durch die Versauerung nicht verbessert werden. Dort ist eine Mangan-Düngung über den Boden angebracht.

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