Winterweizen Stresssymptome

(K)ein Grund zur Sorge?

In einigen Weizensorten treten regional unterschiedlich gelbe Stressflecken auf den unteren Blattetagen auf, die oft als DTR angesprochen werden. Diese Symptome nahmen in der letzten Woche stark zu.

Folgende Gründe spielen hierbei eine Rolle:
  • Trocken- und Hitzestress
  • Sortenreaktionen, z.B. bei Patras, Tobak oder Elixer
  • Schwache Wurzelentwicklung bei Spätsaaten aufgrund von Bodenverdichtungen oder unzureichender Rückverfestigung des Bodens
  • Knappe Stickstoffversorgung
  • Einsatz von EC-Mitteln oder aggressiv formulierter Pflanzenschutzmittel

Die Blätter zeigen unregelmäßig gelbe, länglich ovale Flecken. Bei genauerer Betrachtung sind unter der Lupe selbst nach dem Bebrüten der Pflanzen keine Sporenträger zu finden. Auch Gelbrost kann sicher ausgeschlossen werden. Der Anblick beunruhigt, jedoch sind die betroffenen Blätter nicht ertragsrelevant! Daneben zeigen auch obere, ertragsrelevante Blätter auffällige Sprenkelungen, die durch starken Pollenflug bzw. Resistenzmechanismen verursacht wurden.

Das Getreide ist derzeit einer starken UV-Strahlung ausgesetzt. Um UV-Stress auf den ertragsrelevanten Blattetagen zu minimieren, ist vor allem bei Wirkstoffen, die schnell in das Blatt eindringen (z.B. Morpholine, schnelle Azole wie Propiconazol) oder die Wachsschicht angreifen (Ester-Formulierung, Trinexapac-Mittel, Formulierungen), Vorsicht geboten. Spritzungen sollten in die Abendstunden verlegt werden.

Ausreichende Kupfer-, Zink- und Eisen-Versorgung sichert den enzymatischen Abbau freier Sauerstoffradikaler durch Superoxiddismutasen. Auch Chlorthalonil vermindert wie Sonnencreme das Strahlungsrisiko.

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