Kalkdünger

Tipps für den richtigen Einsatz


Am effektivsten ist es, zur Vorfrucht (Winter-) Gerste und nicht erst zu Raps oder Zuckerrüben zu kalken. Die Wintergerste hat den höchsten Kalkbedarf, weil sie auf die verstärkte Freisetzung von Aluminium bei pH-Werten unter 6 am stärksten mit Ertragsminderungen anspricht.

Das Aluminium wirkt als Wurzelgift und ist Hauptursache für „Säureschäden“, unter denen die Gerste besonders stark leidet, insbesondere wenn Bodenherbizide eingesetzt wurden, die die Gerste dann nicht schnell genug entgiften kann.

Die verstärkte Freisetzung von Aluminium ist auch ein Grund für die negative Reaktion der Gerste auf die Düngung mit SSA auf Böden ohne freien Kalk, der das Sulfat abpuffert. Die andere Ursache liegt in der verringerten Verfügbarkeit und der durch den Schwefel eingeschränkten Aufnahme von Molybdän, das für die Bildung der Nitratreduktase zwingend erforderlich ist.

Die Kalkung zu Stoppelweizen ist dagegen auf leichten Böden nur bei sehr niedrigen pH-Werten zu empfehlen. Durch den pH-Anstieg wird Gaeumannomyces graminis, der Erreger der Schwarzbeinigkeit gefördert. Auf schweren Böden über 15 Prozent Ton ist die Wirkung der Kalkung auf die Bodenstruktur dagegen günstiger zu bewerten als die Zunahme der Schwarzbeinigkeit.

Die Wirkung der Kalkung vor Zuckerrüben, Mais oder Leguminosen ist besser, wenn der Kalk intensiv eingemischt wird und danach Zwischenfrüchte angebaut werden, die durch die Wurzelausscheidungen die Umwandlung des schlecht löslichen CaCO3 bzw. MgCO3 in besser verfügbare Formen begünstigen, die sich im Boden gleichmäßiger verteilen.

Raps kommt später mit niedrigen pH-Werten relativ gut zurecht. Er spricht auf höhere pH-Werte vor allem deshalb besser an, weil zum einen die bessere Bodenstruktur ein sicheres Auflaufen ermöglicht, zum anderen hohe pH-Werte die Ausbreitung der Kohlhernie eindämmen und zum dritten der Raps auf schwache Molybdän-Versorgung bei niedrigen pH-Werten stark reagiert.

In der Regel sind höhere pH-Werte vor allem für das Auflaufen und für die Wurzelentwicklung der jungen Pflanze notwendig, während für die spätere Entwicklung die bessere Verfügbarkeit von Spurenelementen durch niedrigere pH-Werten von größerer Bedeutung sein kann. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, erst den pH durch Kalkung anzuheben, um später mit SSA zu versauern.

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