Zuckerrüben

Aussaat im Gange


Böden sollten nicht zu früh befahren werden.
Grimme
Böden sollten nicht zu früh befahren werden.

In den klassischen Rübenanbaugebieten ist die Aussaat der Zuckerrüben seit letzter Woche im Gange. Besondere Aufmerksamkeit ist bei den witterungsbedingten Faktoren der Bodenstruktur geboten.

Vorteil der frühen Aussaat: Frühe Saattermine verlängern die Vegetationsdauer und das Wachstum der Rüben im zunehmenden Tag, damit können sie mehr Kambiumringe bilden. Durch den früheren Reihenschluss wird die hohe Strahlungssumme bis Mitte Juli effizienter genutzt. Voraussetzung dafür sind ausreichend hohe Temperaturen während der Jugendentwicklung. Hochertragsjahre zeichnen sich durch hohe Wärmesumme, intensive Strahlung und gerade ausreichend Wasser während der Hauptwachstumsphase aus.

Abgesehen von diesen witterungsbedingten Faktoren übernimmt die Bodenstruktur eine herausragende Rolle. Vorsicht ist derzeit bei wassergesättigten Böden geboten! Auch diese trocknen derzeit an der Oberfläche gut ab. Der Boden lässt sich aber in 5 -10 cm Tiefe noch kneten. Vermeiden sie aus diesem Grund das zu frühe Befahren der Böden. Schwere Maschinen und Radgewichte sollten genauso wie unnötige Überfahrten vermieden werden.

Optimale Bodenstruktur geht vor überhasteten Saatterminen mit Verdichtungen im mittleren und unteren Krumenbereich. Diese bewirken eine schlechtere (Fein-) Wurzel und, verringern die Nährstoffaufnahme und die Toleranz gegen Trockenstress. Später gesäte Rüben können durch höhere Zuwachsraten während der Hauptwachstumsphase bis zur Ernte aufholen.

Achten Sie neben der Bodenstruktur auch auf eine standortangepasste Aussaatstärke, die sich an der verfügbaren Wassermenge (Regenmenge, nFk) und dem voraussichtlichen Rodetermin orientieren sollte. Je schwächer der Boden, aber auch je später der Rodetermin, umso mehr Platz benötigt die Einzelrübe.

Schließlich sollte auch die Sortenwahl auf die Rübenernte abgestimmt sein. Für Frührodungen sind Sorten mit hohem Zuckergehalt (NZ-Rüben) und geringen Anteil an Melassebildnern zu bevorzugen. Für späte Rodungen kommen dagegen Sorten in Betracht, die mehr Ertrag (NE-Rüben) erreichen und spät noch genug Zucker einlagern können.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats