Zuckerrüben

Blätter intakt halten!


In den warmen Tagen dieser Woche macht die Zuckerrüben einen großen Sprung in der Entwicklung und erreicht das 8 bis 10 Blattstadium. Auf den meisten Standorten sollten die Herbizidmaßnahmen abgeschlossen sein.

Die Zuckererträge korrelieren eng mit der Lebensdauer der bis zum Tageslängenwechsel (Ende Juni) gebildeten Blätter. Wenn diese durch Trockenheit, Krankheiten oder auch unzureichende Versorgung mit Nährstoffen, Hitze- oder Strahlungsstress vorzeitig absterben, müssen neue Blätter aus den bereits in den Rüben eingelagerten Reservestoffen gebildet werden. Die Bildung neuer Blätter kostet aber Energie und damit Zuckerertrag.

Die Bedeutung der zuerst angelegten 8 Blätter für die Zuckerertragsbildung ist gering. Diese Blätter sind in erster Linie für den Aufbau von Blättern und Rübenkörper verantwortlich und sterben auch aufgrund der Herbizidbelastung ab, sobald das sekundäre Dickenwachstum einsetzt. Entscheidend für die Zuckereinlagerung sind die nächsten 10 bis 12 Blätter (Blätter 9 bis 20), die in der Folgezeit gebildet werden.

Die Blattpaare 5 bis 10 tragen somit die Hauptlast der Assimilation und Ertragsbildung. Diese Blätter müssen möglichst lange intakt bleiben. Deren vorzeitiges Altern und Absterben muss verhindert werden, da jede weitere Neubildung von Blättern auf Kosten des Zuckergehaltes geht.

Die vorzeitige Blattalterung kann durch eine dem Bedarf angepasste Blattdüngung und durch Fungizide mit „Greening-Effekt “ (Strobilurine) vermieden werden. Durch Strobilurine wird der Anstieg von Ethylen im Blatt zurückgedrängt.

Die Blattdüngung mit Bor, Mangan und bei schwacher Magnesium-Versorgung mit Bittersalz lässt sich mit einer Fungizidspritzung im 10- bis 12-Blattstadium der Zuckerrüben verbinden, um den Primärbefall mit Cercospora zu unterbinden. Düngersalze mit zwei- und höherwertigen Kationen (z.B. Mn-Sulfat, Mn-Nitrat, Bittersalz) dürfen nicht mit P-Blattdüngern gemischt werden.

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