Zuckerrüben

Blattlaus- und Schädlingsbekämpfung


Durch den Wegfall der Neonicotinoid-Beizen sind vor allem virusübertragende Blattläuse eine erhebliche Gefahr für die Zuckerrüben. Von Pyrethroiden wird abgeraten.

 

Ab dem Auflauf ist der Läusezuflug mit geeigneten Mitteln (Gelbschalen, Klebetafeln) zu kontrollieren. Insbesondere die Grüne Pfirsichblattlaus als potentester Virusvektor muss konsequent bekämpft werden.

Dafür haben mittlerweile drei Produkte eine Notfallzulassung erhalten. Die Neonicotinoide „Carnadine“ und „Mospilan“ (Acetamiprid) sowie das „Teppeki“ (Flonicamid):

- Carnadine darf zweimal eingesetzt werden. Die zugelassene Aufwandmenge beträgt je nach Intensität des Befalls jeweils 200 bis 250 ml/ha.
- Mospilan ist mit 250 ml/ha zugelassen. Es darf allerdings nur eine Spritzung erfolgen, die zudem als „Bandbehandlung“ (Bandspritzung) durchgeführt werden muss.
- Teppeki darf ebenfalls nur einmal eingesetzt werden. Die Aufwandmenge beträgt 140 g/ha.

Alle genannten Präparate haben eine systemische Wirkung, werden aber nur akropetal, d.h. in Richtung Blattrand verteilt. Nicht getroffene neuzuwachsende Blätter bleiben ungeschützt, sodass bei anhaltendem Zuflug auch mit systemischen Spezialprodukten wiederholt behandelt werden muss.

Weiterhin steht mit dem Pirimicarb (Pirimor Granulat) ein zusätzlicher Wirkstoff (noch) zur Verfügung, dessen Wirksamkeit je nach Resistenzsituation der örtlichen Myzus-Population jedoch stark variieren kann. Nach einer Pirimor-Spritzung sollte der Erfolg der Maßnahme dringend kontrolliert werden, um bei etwaiger Resistenz noch reagieren zu können. Pirimicarb wirkt über eine kurze Dampfphase und ist nicht systemisch. Der Einsatz erfolgt mit 300 g/ha.

Von Spritzungen mit Pyrethroiden (gegen Blattläuse) ist dagegen abzuraten, da aufgrund der fortgeschrittenen Resistenzsituation keine Wirkung mehr gegen die Pfirsichblattlaus zu erwarten ist. Der Läusedruck wird durch das Ausschalten der nicht pyrethroidresistenten Gegenspieler eher noch verschärft. Zudem sitzen sowohl die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) als auch die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) versteckt im Herz der Rübe oder unter den Blättern, wo sie von Kontaktinsektiziden (wie z.B. Pyrethroiden) ohnehin nur unzureichend getroffen werden.

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