Zuckerrüben Fungizide

Maßnahmen zur Blatterhaltung

In den warmen Tagen der letzten Woche machten die Zuckerrüben einen großen Sprung in der Entwicklung. Auf den meisten Standorten wurden die Herbizidmaßnahmen abgeschlossen.

Die Zuckererträge korrelieren eng mit der Lebensdauer der bis zum Reihenschluss gebildeten Blätter. Wenn diese durch Trockenheit, Krankheiten oder auch unzureichende Versorgung mit Nährstoffen, Hitze- oder Strahlungsstress vorzeitig absterben, müssen neue Blätter aus den bereits in den Rüben eingelagerten Reservestoffen gebildet werden. Die Bildung neuer Blätter kostet Zuckerertrag.

Die Bedeutung der zuerst angelegten 8 Blätter für die Ertragsbildung ist gering. Diese Blätter sind in erster Linie für den Aufbau von Blättern und Rübenkörper verantwortlich und sterben auch aufgrund der Herbizidbelastung ab, sobald das sekundäre Dickenwachstum einsetzt. Entscheidend für die Zuckereinlagerung in die Rübe sind die 10 bis 12 Blätter, die in der Folgezeit gebildet werden.

Die Blattpaare 5 bis 10 tragen die Hauptlast der Assimilation und Ertragsbildung. Diese Blätter müssen möglichst lange intakt bleiben. Deshalb muss das vorzeitige Altern verhindert werden, da jede weitere Neubildung von Blättern infolge von Blattverlusten auf Kosten des Zuckergehaltes geht.

Um die Lebensdauer der ertragsentscheidenden Blätter zu erhöhen, müssen diese ausreichend mit Nährstoffen versorgt sein und das vorzeitige Absterben durch Krankheiten verhindert werden.

Die vorzeitige Blattalterung kann durch eine dem Bedarf angepasste Blattdüngung und durch den Einsatz von Fungiziden mit „Greening-Effekt“ (Strobilurine) vermieden werden. Durch den Einsatz von Strobilurinen wird der Anstieg von Ethylen im Blatt zurückgedrängt.

Um die vorzeitige Blattalterung zu verhindern, ist eine Blattdüngung mit einer Fungizidspritzung im 10- bis 12-Blattstadium der Zuckerrüben angebracht, um auch den Primärbefall mit Cercospora zu unterbinden. Die Wirkung der zu diesem Zeitpunkt eingesetzten Strobilurine hält mit angepassten Aufwandmengen etwa 3 Wochen an.

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