Zuckerrüben

Hitze und hohe Einstrahlung hinterlassen Spuren


In den Zuckerrüben treten verstärkt nekrotische Blätter auf. Das weiße, tote Gewebe ist vom intakten Gewebe scharf abgegrenzt. Übergangsbereiche, die auf die Ausschüttung von Toxinen hindeuten können, fehlen gänzlich.

Ein biotischer Ursprung kann demnach ausgeschlossen werden. Es dürfte sich in aller Regel um Reaktionen auf die hohe Einstrahlung während der Hitzeperiode handeln. Hinweise hierfür liefern die Pflanzen in den Fahrgassen, die durch Durchfahrten verletzt wurden und zudem aufgrund der ausbleibenden Beschattung durch direkte Nachbarn länger der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Zudem treten die Symptome im Baumschatten nicht auf.

Stärkeren, flächigen „Sonnenbrand“ zeigen auch Bestände, die gegen Schädlinge wie Läuse, Rübenmotte oder Rübenfliege behandelt wurden. Einige Insektizide verfügen über Formulierungen mit hohem Lösungsmittelanteil, die die schützende Wachsschicht „ankratzen“.

Gegen diesen bereits sichtbaren abiotischen Schaden kann und sollte nichts unternommen werden. Im Vorfeld sich erneut ankündigender Hitzeperioden kann aber vorgebeugt werden. Strahlung fördert die Entstehung von Sauerstoffradikalen, die bei zu hoher Konzentration den Zelltod zur Folge haben. Der Abbau dieser Radikale erfolgt über Enzyme (Superoxiddismutasen, SOD), deren Aufbau gezielt durch Mikronährstoffspritzungen gefördert werden kann (Mn, Cu, Zn, S). Der Zusatz von Strobilurinen sorgt zudem dafür, dass die gesamte Enzymaktivität erhöht wird.

Neben den Strahlungsschäden zeigen einige Bestände deutliche Farbunterschiede im Blattwerk. Ältere Blätter hellen gegenüber jüngeren deutlich auf, was auf eine Umverlagerung von Stickstoff hindeutet. Insbesondere organisch gedüngte Rüben zeigen dieses Phänomen. In diesen Beständen sollte kurzfristig eine Blattdüngung mit 10 kg N aus AHL erfolgen, um die Versorgungslücke zu überbrücken. Bor kann ergänzt werden.

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