Zuckerrüben

Noch mit Fungiziden behandeln?


Die ersten Ergebnisse frühgerodeter Zuckerrüben sind ernüchternd. Auf schwächeren Böden konnten teils nicht mal 30 t/ha erreicht werden. Bessere Böden kommen auf knapp 50 t/ha. Die Zuckergehalte liegen zwischen 18 und 23 Prozent.

Lediglich intensiv beregnete Bestände brachten erfreuliche Resultate. Auf einzelnen Beregnungs-Betrieben konnten in diesem Jahr mit über 80 t/ha bei 20 Prozent Zucker sogar „Rekordernten“ für den frühen Rodetermin eingefahren werden.

Wie mit den Spätrodungsrüben weiter verfahren?

Ohne Beregnung haben viele Zuckerrübenbestände infolge der ausgeprägten Trockenheit den gesamten Blattapparat eingebüßt. Mit ersten ergiebigeren Niederschlägen Mitte/Ende September setzte eine starke Blattneubildung ein. Auf den letzten alten Blättern, die teils wochenlang auf dem Boden lagen, hat sich ein breites Erregerspektrum etabliert. Diese Blätter stellen nun das Ausgangsinokulum für den Befall der neu gebildeten Blätter bereit. Bei ausreichender Luftfeuchte sind Infektionen damit sehr wahrscheinlich, sodass insbesondere auf Standorten, die erst in der zweiten Novemberhälfte gerodet werden noch über eine Fungizidspritzung nachgedacht werden sollte.

Das vorherrschende goldene Oktoberwetter verhindert derzeit allerdings noch das Angehen von Infektionen, sodass sich Spritzungen auf wenige Standorte mit Niederschlägen in den vergangenen Tagen beschränken werden. Die Wartezeiten der Fungizide sind dringend zu berücksichtigen.

Unabhängig von einer etwaigen Fungizidspritzung sollte die vielerorts vernachlässigte Bordüngung nachgeholt werden. Trotz der Niederschläge im September ist der Unterboden meist noch völlig ausgetrocknet und die Borverfügbarkeit damit weiterhin eingeschränkt. Eine Ergänzung um einen Phosphorblattdünger bietet sich ebenfalls an.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats