Zuckerrüben

Sorten für 2020 auswählen


Im Rahmen der Frühbestellung kann derzeit Saatgut zu vergünstigten Konditionen für die Aussaat 2020 geordert werden. Grundlage für die Entscheidungsfindung können die Sortenversuche der Arbeitsgemeinschaften und des IFZ sein.

 

Dabei sollten regionale und betriebsindividuelle Aspekte jedoch nicht außer Acht gelassen werden:

- In engen Rübenfruchtfolgen oder bei bereits nachgewiesenem Nematodenbefall in den Vorjahren, müssen nematodentolerante Sorten angebaut werden (z.B. Lunella, Thaddea, Annarosa, Daphna, BTS 7300 N, BTS 440).

- Sind bereits Probleme bei der Bekämpfung von Blattkrankheiten aufgetreten (Cercospora-Resistenz), sollten bevorzugt blattgesunde Sorten gewählt (z.B. Varios, BTS 770, BTS 3750, BTS 8750 N).

- Betriebe mit hohem Anteil organischer Düngung sollten die potentielle hohe N-Nachlieferung berücksichtigen und gezielt auf Sorten mit niedrigem Amino-N-Gehalt setzen (Hannibal, Picus, BTS 7300 N, Thaddea)

- Steht die Zuckerrübe in einer Fruchtfolge mit Mais oder steht direkt nach Mais rückt die Toleranz gegen Rhizoctonia in den Fokus. Der Anbau weniger anfälliger Sorten sollte dann in Betracht gezogen werden. Ist Rhizoctonia bereits auf einem Standort aufgetreten sollte auch resistente Sorten zurückgegriffen werden (BTS 6000 RHC).

- Treten spezielle Schaderreger massiv auf, muss die Sortenwahl sich danach richten. Ertragseinbußen durch Gürtelschorf (z.B. Celesta) oder durch das Rübenkopfälchen (Beretta) lassen sich mit durch Sortenwahl begrenzen.

- Muss aus organisatorischen Gründen (Abfuhr, Fruchtfolge) eine frühe Rodung erfolgen, sind Sorten mit hohen Zuckergehalten vorzusehen (Marley, Picus). Gleiches gilt für große Fabrikentfernungen. Durch zuckergehaltsstarke Sorten werden hohe Transportkosten vermieden.

Nutzen Sie die Leistung toleranter und resistenter Sorten!

Der Ertragsnachteil der lange mit dem Anbau toleranter und resistenter Sorten unter Nichtbefall einherging, schwindet zusehends. Für pilzliche Schaderreger bestand dieser Zusammenhang ohnehin nicht mehr. Unter den erfolgreichen Sorten der letzten Jahre waren auch eine Vielzahl mit hoher Widerstandskraft gegen Cercospora, Ramularia, Rost und Mehltau.

Im Nematodenbereich erreichten tolerante Sorten (Daphna) unter Nichtbefall bereits in den vergangenen Jahren wiederholt Erträge auf dem Niveau der nicht-toleranten Top-Sorten. Mit der neuen Sortengeneration liegen nematodentolerante Sorten auch unter Nichtbefall an der Spitze des Sortiments (Lunella). Die Hürde, bei lediglichem Befallsverdacht eine tolerante Sorte anzubauen, beschränkt sich damit auf den Preisunterschied von 20 € je Einheit für das Saatgut.

Musste allerdings aufgrund bereits aufgetretenem Rhizoctonia-Befall eine resistente Sorte angebaut werden, war das in der Vergangenheit noch mit stärkerem Ertragsabschlägen verbunden. Mit der neuen Sorte BTS 6000 RHC ist eine vielversprechende Sorte auf den Markt gekommen, die Resistenz gegen Rhizoctonia mit minimal unterdurchschnittlichen Erträgen vereint.

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