Zuckerrüben

Was hilft gegen Blattläuse als Virusvektoren?


Durch den Wegfall der Neonicotinoid-Beizen geht vor allem von virusübertragenden Blattläusen eine nicht unerhebliche Gefahr für die Zuckerrüben aus. Ab dem Auflauf ist deshalb der Läusezuflug mit geeigneten Mitteln (Gelbschalen, Klebetafeln) zu kontrollieren.

 

Insbesondere die Grüne Pfirsichblattlaus als potentester Virusvektor muss bei einem etwaigen Auftreten konsequent bekämpft werden. Dazu haben zwei Produkte mit unterschiedlichen Wirkmechanismen vor Kurzem eine Notfallzulassung erhalten. Das Neonicotinoid „Carnadine“ (Wirkstoff Acetamiprid, bekannt aus Mospilan) sowie das „Teppeki“ mit dem Wirkstoff Flonicamid. Beide Präparate haben eine systemische Wirkung. Carnadine darf zweimal, Teppeki nur einmal angewendet werden.

Weiterhin steht mit Pirimicarb (Pirimor Granulat) derzeit noch ein zusätzlicher Wirkstoff zur Verfügung, dessen Wirksamkeit je nach Resistenzsituation der örtlichen Population stark variieren kann. Nach einer Pirimor-Spritzung muss kurzfristig der Erfolg der Maßnahme kontrolliert werden, um bei einer etwaigen unzureichenden Wirkung zügig reagieren zu können.

Von Spritzungen mit Pyrethroiden ist abzuraten, da aufgrund der fortgeschrittenen Resistenzsituation keine Wirkung zu erwarten ist. Der Läusedruck wird durch das Ausschalten der nicht Pyrethroid-resistenten Gegenspieler eher noch verschärft.

Eine Spritzstrategie gegen Blattläuse könnte demnach folgendermaßen aussehen:
1. 300 g/ha Pirimor
2. 200 l/ha Carnadine
3. 140 g/ha Teppeki

Bei warmer Witterung kann der Erstzuflug noch in die Phase der Herbizidspritzungen fallen. Von Mischungen aus Insektiziden und Herbiziden ist in den Zuckerrüben dringend abzuraten.

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