Zuckerrübenanbau

Rübenmotten breiten sich aus


Nach dem massiven Befall mit Rübenmotten im letzten Jahr war in den betroffenen Gebieten (vorwiegend Ostdeutschland) auch in diesem Jahr mit einem stärkeren Auftreten zu rechnen. Seit Mitte Juni werden die ersten Larven in den Rübenbeständen gefunden. Der Zuflug der Motten fand damit in der ersten Junidekade statt.

Das Verbreitungsgebiet hat sich vom Osten bis in die Mitte Niedersachsens erweitert. Bestandskontrollen sind deshalb standortunabhängig dringend angeraten!

Bei festgestelltem Befall muss zügig gehandelt werden, bevor die Larven beginnen die Herzblätter zusammen zu spinnen und sich damit einem Insektizid-Einsatz entziehen. Produkte mit Zulassung gegen beißende Insekten können zum Einsatz kommen. Bei gleichzeitigem Auftreten der Rübenfliege ist auch durch das gegen die Rübenfliege zugelassene Dimethoat eine gute Wirkung zu erwarten.

Hohe Wassermengen (mindestens 300 l/ha Wasser) sowie die Zugabe eines Super-Spreiters (Break thru, Silwet Gold) sind zu empfehlen, damit die Wirkstoffe tief ins Herz der Rübe „hineinlaufen“ können.

Bor-und Kupferversorgung sicherstellen

Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass auch die Prädisposition der Rübe eine bedeutende Rolle für das Schadausmaß spielt. Besonders die Versorgung mit den Zellwand-stabilisierenden Nährstoffen Bor und Kupfer ist essenziell, um der Mottenlarve das Eindringen zu erschweren.

Unter den gegebenen Witterungsbedingungen sind beide Nährstoffe nur schwer verfügbar. Bei Trockenheit wird vor allem Bor im Boden festgelegt, sodass die Versorgung über das Blatt erfolgen muss. Bor ist in der Pflanze nicht Phloem-mobil und kann damit nicht in neu gebildete Blätter transportiert werden. Deshalb müssen in Trockenphasen wiederholte Spritzungen erfolgen. Keinesfalls dürfen die ausbleibenden Infektionsbedingungen für pilzliche Schaderreger und die damit nicht notwendige Fungizidapplikation dazu führen, dass auch kein Bor (+ Mangan + Kupfer) gespritzt wird. Solo-Durchfahrten für die Spritzung von Bor sind notwendig und wirtschaftlich.

Kupfer muss in erster Linie durch die Wurzel „erschlossen“ werden. Trockenheit erschwert aber auch die Aufnahme dieses Elementes. Eine Kupferdüngung sollte insbesondere auf humosen Standorten mit überhöhten pH-Werten zusammen mit der Bor-Spritzung durchgeführt werden.

Mangan spielt eine wesentliche Rolle bei der Zuckerbildung. Manganmangel tritt verstärkt bei Trockenheit auf Standorten mit hohen pH-Werten und Böden mit ungenügender Rückverfestigung auf.

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