Zwischenfruchtanbau

Biologische Nematodenbekämpfung


Die frühe Ernte von Gerste und Weizen erlaubt eine frühzeitige Aussaat von nematoden-resistentem Ölrettich oder Senf zur Reduktion des Nematodenbesatzes (Heterodera schachtii). Ob in Reinsaat oder in Mischungen müssen die Ölrettich- und/oder Senfsorten mindestens die Resistenznote 2 haben.

Die Zwischenfrüchte bewirken einen Schlupfreiz, bieten aber den geschlüpften Nematoden nicht genug Nahrung, so dass vor allem die Weibchen mit einem 40fach höheren Nahrungsbedarf ausfallen ohne sich vermehrt zu haben.

Von der Verminderung des Nematodenbesatzes profitieren vor allem Betriebe mit engen Rübenfruchtfolgen. Besatzdichten von 500 Nematoden-Eiern und -Larven je 100 ml Boden können bereits zu 5 Prozent Ertragsverlust führen, ohne dass von außen eindeutige Symptome zu erkennen sind. Information über die Nematoden-Belastung geben Proben aus der Schwadbeprobung nach dem Verladen oder nach der Beprobung im Frühjahr. Auch aktuelle Feldkontrollen aus Welkenestern liefern nützliche Informationen über den Besatz mit zystenbildenden Nematoden.

Für ein effektive Wirkung muss nematodenresistenter Ölrettich oder Senf bis spätestens Mitte August gesät werden, um noch bis Ende September zur Blüte zu kommen. Bodentemperaturen um 20 Grad begünstigen den Larvenschlupf.

Die Bodenbearbeitung sowie die Aussaat der Zwischenfrucht muss wie für die Hauptfrucht Zuckerrüben erfolgen. Auf eine ausreichende Rückverfestigung ist zu achten, um einen gleichmäßigen Feldaufgang der Zwischenfrucht zu gewährleisten, sodass der Bewegungsspielraum der Nematoden-Larven gering ist. Deshalb sind Bestandsdichten von 180 Ölrettich bzw. Senfpflanzen pro m2 angebracht. Hohe Saatstärken (25 kg/ha) verhindern eine übermäßige Verunkrautung und zudem die Rettichbildung, die sich im Frühjahr auf die Zuckerrüben nachteilig auswirkt.

Für eine zügige Jugendentwicklung sind Sorten mit schneller Jugendentwicklung zu bevorzugen. Damit die Zwischenfrucht in Gang kommt, ist eine Gülledüngung von 60kg N angebracht.

Um eine Samenproduktion vorzubeugen, muss die Zwischenfrucht spätestens in der Vollblüte gemulcht werden.

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