Zwischenfruchtanbau

Mit der Aussaat warten!


Auf vielen Äcker blieb es nach der ersten Bodenbearbeitung trocken. Die anhaltende Trockenheit lässt weder das Ausfallgetreide noch den Ausfallraps keimen.

Eine Reihe von Betrieben wollen noch vor der Rapsaussaat die Zwischenfrucht mit Sämaschinen oder anderen Techniken (Schneckenkornstreuer + Grubber etc.) aussäen. Auflaufen wird die Zwischenfrucht erst nach höheren Niederschlägen, die den Boden wenigstens 3 bis 5 cm tief durchfeuchten. Mit diesen läuft aber auch das Ausfallgetreide auf. Dieses konkurriert mit der Zwischenfrucht um Standraum und Wasser und fungiert außerdem als „Grüne Brücke“ und vermehrt damit Schädlinge (Läuse und Zikaden) und Krankheiten (Septoria, Schneeschimmel, DTR etc.).

Diese Auswirkungen des Getreide- und Rapsdurchwuchses konnte man nach dem trockenen Sommer 2016 im Osten Deutschlands beobachten. Die Zwischenfruchtbestände waren vor lauter Ausfallgetreide, Raps und Unkräutern nicht als solche zu erkennen.

Abhilfe
• Aussaat der Zwischenfrucht so lange wie möglich rauszögern
• Auflaufen von Ausfallgetreide und Altraps abwarten
• Schnellwüchsige Komponenten auswählen, die sich auch nach einer Septembersaat gut entwickeln können (z.B. Phazelia, Buchweizen, Ramtilkraut, Klee-Arten, Senf, Ölrettich, Kresse)
• Bei spätem Saattermin Anteil großkörniger Leguminosen reduzieren oder ganz weglassen

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