Schnabelkürzen

Briten verschieben Verbot


Das Kürzen der Schnäbel von Legehennen sollte in Großbritannien ursprünglich bereits ab 2001 verboten werden. Später wurde der Termin auf 2016 verschoben und nun erneut vertagt. Experten hatten vor einer Umsetzung des Verbotes gewarnt. Sie sehen ein zu großes Risiko von Federpicken und Kannibalismus. In Deutschland haben sich Politik und Landwirtschaft auf einen Verzicht des Schnabelkürzens zum 1. August 2016 geeingt.

Arbeitsgruppe eingesetzt

Seit 2010 ist in Großbritannien das Kürzen der Schnäbel mit heißen Klingen untersagt. Seitdem darf nur noch am ersten Lebenstag der Küken die Infrarot-Technik angewendet werden, die auch in Deutschland als Brückentechnologie genutzt wird. Um Lösungen für einen kompletten Verzicht der Schnabelbehandlung zu finden hatte die Regierung eine Arbeitsgruppe eingesetzt, der Vertreter von Industrie, Tierschutz, Einzelhändlern, Wissenschaft, Tiermedizin und des Landwirtschaftsministeriums (Defra) angehören.

Risiko des Federpickens zu groß

Die Arbeitsgruppe hatte der Regierung empfohlen, den Termin für das Verbot zu verschieben. Diesem Rat sei er gefolgt, erklärte Landwirtschaftsminister George Eustice im britischen Unterhaus. Die Experten hatte darauf verwiesen, dass die Risiken bei einem kompletten Verbot der Schnabelbehandlung zu groß seien. Bei einem massiven Ausbruch von Federpicken müssten die Schnäbel der Tiere mit heißen Klingen behandelt werden. Dies sei ein weitaus schlechteres Verfahren als die Infrarotbehandlung der Eintagsküken. Die Arbeitsgruppe beschäftige sich weiter damit, das Management in der Legehennenhaltung zu verbessern, um so das Federpicken zu reduzieren, erklärte der Minister. Die Regierung erwarte, dass diese Maßnahmen in der Legehennenhaltung umgesetzt werden.

Bauernverband begrüßt Entscheidung

Der britische Bauernverband National Farmers Union (NFU) begrüßte die Entscheidung „Die NFU hat immer gesagt, dass der Januar 2016 für ein Verbot der Schnabelstutzens zu früh wäre“, erklärte der Geflügelexperte Gary Ford. Der Verband freue sich, dass der Minister auf die Anliegen der Branche Rücksicht genommen habe. Die NFU unterstütze und beteiligt sich aktiv daran, die Auslöser des Federpickens besser zu verstehen. Gemeinsam mit Tierschutzorganisationen, wolle man weiter nach Wegen suchen, um auf die Schnabelbehandlung verzichten zu können, ohne das Wohlergehen der Tiere zu beeinträchtigen. (SB)
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