Entwarnung

Freibrief für Muttermilch

Wer sucht, der findet
Das BfR stellt angesichts der Diskussion um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln mit, dass durch den enormen Fortschritt der analytischen Methodik in den vergangenen 30 Jahren heute fast jede Substanz bei entsprechendem Aufwand auch in Muttermilch nachzuweisen ist. „Der alleinige Nachweis kann daher kein ausreichender Grund für eine Besorgnis sein“, betont die Bundesbehörde. Entscheidend sei in jedem Fall die Höhe der Gehalte, die gesundheitlich bewertet werden müssten. (db)
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Nationale Stillkommission geben Entwarnung: die in der Vorwoche veröffentlichten Werte zu Glyphosat in Muttermilch führten zu einer Aufnahme bei Säuglingen, die – so die beiden Bundesbehörden wörtlich – „weit unter dem gesundheitlich abgeleitetem Richtwert“ liege. Vorausgegangen waren dieser Stellungnahme eine Veröffentlichung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Diese hatte von Laboruntersuchungen in 16 Muttermilchproben berichtet, bei denen der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat nachgewiesen wurde und die Ergebnisse als „sehr besorgniserregend“ bezeichnet.

BfR und die Stillkommission schätzen die gemessenen Gehalte von bis zu 0,43 Nanogramm (ng) pro Milliliter (ml) als „gesundheitlich unbedenklich“ ein. Die veröffentlichten Werte würden bei Neugeborenen zu einer Glyphosataufnahme führen, die – so die Bundesbehörden wörtlich – „um einen Faktor von mehr als 4.000 niedriger liegt als der in der EU abgeleitete Richtwert, bei dem keine gesundheitlichen Risiken zu erwarten sind.“ Außerdem melden die beiden Behörden „erhebliche Zweifel an der Methodik des Tests“ ab. Deswegen lautet die Schlussfolgerung von Nationaler Stillkommission und BfR: „ Mütter sollten sich nicht verunsichern lassen und wie bisher stillen.“ (db)
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