Der Nitratbericht 2016 zeigt, dass es in Deutschland keinen generellen Trend einer Verschlechterung der Gewässerqualität gibt. Rund 82 Prozent der Grundwassermessstellen im Messnetz der europäischen Umweltagentur halten demnach den Nitrat-Schwellenwert von 50 mg/l ein. Gleichzeitig nahmen an einem Drittel der Messstellen des Nitratbelastungsmessnetzes die Nitratkonzentrationen im Grundwasser ab, während die Anzahl an Messstellen mit zunehmenden Trends deutlich geringer ausfällt.

Beitrag zur Versachlichung der Diskussion

Der jetzt vorgelegte Nitratbericht enthält erstmals Daten aus dem neu aufgestellten repräsentativen Messnetz. Darin werden im Gegensatz zum alten Belastungsmessnetz nicht mehr an rund 50 Prozent der Messstellen die Schwellenwerte überschritten, sondern nur noch an gut einem Viertel. „Dies trägt dazu bei, die Diskussion um die Gewässerqualität zu versachlichen und den Gewässerzustand nicht schlechter darzustellen als er ist“, kommentiert der Deutsche Bauernverband (DBV) die Ergebnisse.

Gemeinsam an Verbesserungen arbeiten

Die Ergebnisse zeigten die Anstrengungen der Landwirte, sparsam und effizient mit den eingesetzten Düngemitteln umzugehen. In Regionen mit noch vorhandenen Überschreitungen der Nitratkonzentration setze sich die Landwirtschaft dafür ein, gemeinsam mit der Wasserwirtschaft an Lösungen und Verbesserungen zu arbeiten, so der DBV.

Oberflächengewässer entwickeln sich positiv

DBV weist auch darauf hin, dass sich bei Oberflächengewässern eine positive Entwicklung der Gewässerqualität zeigt. 93 Prozent der Messstellen in Flüssen weisen einen abnehmenden Trend der Nitratkonzentration auf, ebenso die meisten deutschen Seen. Auch die Phosphorkonzentration in den Flüssen ist nahezu überall deutlich rückläufig, genauso wie im Großteil der deutschen Seen. An allen Flüssen und Seen wurde im Zeitraum 2011 bis 2014 das Qualitätsziel der EU-Nitratrichtlinie eingehalten.

Bayern besser als der Bundesdurchschnitt

„Der Nitratbericht zeigt für Deutschland eine solide Wasser-und Gewässerqualität auf“, sagt Alfred Enderle, schwäbischer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Bayern hebe sich im bundesweiten Vergleich positiv ab: Beim Nitratmessnetz für die Landwirtschaft erfüllen 91 Prozent der Messstellen die strengen Grenzwerte, versichert Enderle. Wo es lokal oder regional Probleme mit der Wasser- und Gewässerqualität gebe, würden die Landwirte mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um die Ursachen zu finden und umsetzbare Maßnahmen zu ergreifen.

Bauernverband unterstützt Kooperationen

Der Bauernverband unterstütze Landwirte beim kooperativen Wasser- und Gewässerschutz. „Jeden dritten Hektar bewirtschaften die bayerischen Bauern im Rahmen der Agrarumweltprogramme, des Kulturlandschaftsprogramms oder des Vertragsnaturschutzes“, sagt Enderle. Unter anderem für den Wasser- und Gewässerschutz werden auch im Rahmen der EU-Agrarpolitik ökologische Vorrangflächen angelegt. Das sogenannte Greening habe im Jahr 2016 bayernweit insgesamt 230.000 Hektar Ackerland umfasst. (HH/SB)
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