3. Quartal 2017

Exporte von Schweinefleisch nach China brechen ein

Die Produktion von Schweinefleisch steigt in China schneller als der Konsum.
Abe
Die Produktion von Schweinefleisch steigt in China schneller als der Konsum.

Chinas Bedarf an Schweinefleisch bleibt groß, die Mengen sind gegenüber dem Rekordjahr 2016 aber stark rückläufig. Die chinesischen Importe von frischem und gefrorenem Schweinefleisch sanken im 3. Quartal um 35 Prozent auf 258.000 t. Die Einfuhren von Innereien und Nebenprodukten gingen um 18 Prozent auf 291.000 t zurück. Darunter haben vor allem die Lieferungen aus Deutschland und den USA gelitten, stellt die britische Branchenorganisation AHDB fest (siehe Kasten).

Produktion steigt schneller als der Konsum

Mittelfristig wird der chinesische Importbedarf das Niveau von 2016 nicht wieder erreichen. Das USDA erwartet in China in diesem Jahr eine Produktionssteigerung um 500.000 t und für 2018 ein Plus um 1,5 Mio. t. Auf der Nachfrageseite sind dagegen keine großen Zuwächse mehr zu erwarten. Der Konsum in den Städten wird als weitgehend gesättigt angesehen. Kaufkräftige Konsumenten fragen zunehmend Rindfleisch, Lammfleisch, Fisch und Meeresfrüchte nach. Weil die Produktion schneller wächst als der Verbrauch werde die Importenge in den kommenden Jahren eher sinken, erwartet die AHDB-Analystin Bethan Wilkins. Gleichzeitig werden die Preise für Schweinefleisch in China fallen - und damit auch die Erlöse der ausländischen Lieferanten.

Spanien überflügelt Deutschland
Im dritten Quartal importierte die Volksrepublik 550.000 t Schweinefleisch, das war deutlich weniger als von Juli bis September 2016 (870.000 t), aber mehr als 2015 (393.000 t). Alle wichtigen Lieferländer haben Mengen im Chinageschäft verloren. Besonders hart traf es aber Deutschland mit einem Rückgang auf 73.000 t. Sowohl absolut (94.000 t) als auch relativ (56,3 Prozent) muss Deutschland die größten Einbußen hinnehmen. Wichtigster Lieferant bleiben im 3. Quartal die USA mit 126.000 t (minus 30,8 Prozent). Spanien verdrängte Deutschland mit 78.000 t (minus 23,5 Prozent) vom 2. Platz. Die EU lieferte insgesamt 337.000 t (minus 37,4 Prozent).


Das USDA erwartet, dass die Importmenge Chinas in diesem Jahr um 24 Prozent und 2018 noch einmal um 3 Prozent zurückgehen wird. Nach neun Monaten liegen die Importe Chinas allerdings schon um 28 Prozent unter der Vorjahreslinie. Zum Anfang des Jahres 2018 wird in China mit einem kurzfristigen Überangebot gerechnet. In einigen Regionen haben die Behörden die Schließung von Schweinemastanlagen zum Jahresende angeordnet. Die dort gehaltenen Tiere müssen bis zum Jahreswechsel geschlachtet werden.

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