Seit Wochen hat Geflügel gesetzlich untersagten Freilauf. Die Vogelgrippe aber wütet weiter.
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Seit Wochen hat Geflügel gesetzlich untersagten Freilauf. Die Vogelgrippe aber wütet weiter.

In Deutschland sind im Zeitraum von Anfang November 2016 bis Ende Januar 2017 mehr als 500.000 Tiere in Nutztierbeständen wegen Vogelgrippe gekeult worden. Rund 391.000 wurden aufgrund nachgewiesener Geflügelpest getötet. Vorsorglich wurden im selben Zeitraum zudem rund 154.000 Tiere gekeult. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor, die sie auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hin geben musste. Die Angaben beruhen auf Erhebungen der Bundesländer.

Der H5N8-Virus wurde erstmals im Jahr 2010 in Vögeln auf Geflügelmärkten in China nachgewiesen. Vermutlich stammt der Virus aus der dortigen Geflügelproduktion und ist aus dem seit 1996 bekannten H5N1-Virus hervorgegangen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Zugvögel den Virus eingeschleppt haben, allerdings sei ein entsprechender Nachweis bisher nicht erbracht worden, heißt es in der Experten-Antwort der Bundesregierung.

Ende Januar waren bei einem Legehennenbetrieb in Schwanheide im Landkreis Ludwigslust-Parchim über 100.000 Legehennen gekeult worden. Das war der bislang größte Fall in Mecklenburg-Vorpommern. Der Virus wütet jedoch mittlerweile auch im Süden.

Seit einigen Wochen besteht in vielen Bundesländern eine behördlich angeordnete Stallpflicht für Geflügel - mit finanziellen Folgen für Landwirte. denn ist das Geflügel mehr als zwölf Wochen im Stall, dürfen seine Eier nicht mehr als Freiland-Eier verkauft werden. Vielen Geflügelhaltern drohen daher finanzielle Einbußen, die existenzgefährdend sein können. Mittlerweile haben sich Lebensmittelhändler solidarisch gezeigt, wollen Landwirten dennoch den vollen Preis zahlen. Dem ging ein Aufruf des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft voraus. (got)
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