7. Bayer-Agrargespräch

Was kommt auf die Landwirtschaft zu?

Verhandlungsstart der Ampelkoalition: Am Mittwoch in dieser Woche tagten die Arbeitsgruppen erstmalig.
IMAGO/agrarmotive
Verhandlungsstart der Ampelkoalition: Am Mittwoch in dieser Woche tagten die Arbeitsgruppen erstmalig.
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Am kommenden Dienstag, 2. November, um 15 Uhr sucht das 7. Bayer-AgrarGespräch Antworten auf eine wirklich drängende Frage: Welche Akzente sollte die neue Bundesregierung setzen?

Der Koalitionsvertrag ist noch nicht verfasst. Die verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen mit Vertretern von SPD, Grünen und FDP werden sich bis Mitte November fast täglich treffen. Sollte alles nach Plan verlaufen, liegen die Ergebnisse bis zum 10. November vor. Ende November soll der Koalitionsvertrag stehen. Klima- und Umweltschutz werden sicherlich in ihrer Bedeutung zulegen. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Landwirtschaft, die hierzu ihren Beitrag leisten soll. Auch dem Umbau der Nutztierhaltung wird eine große Bedeutung zukommen und vor allem dessen Finanzierung.

„Die Zeit der Zumutung hat gerade erst begonnen.“
Dirk Fisser, Neue Osnabrücker Zeitung, 

Zwar dringen weiterhin kaum Internas aus den laufenden Koalitionsgesprächen nach außen. Indes lässt die Besetzung in den Arbeitsgruppen darauf schließen, dass die Verhandlungen in einigen Punkten nicht reibungslos verlaufen werden. In der Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Ernährung, die am Mittwoch in dieser Woche erstmals zusammengekommen ist, treffen beispielsweise die Gentechnik-Gegner Harald Ebner und Martin Häusling von den Grünen auf die FDP-Politikerin Carina Konrad. Konrad pochte in der Vergangenheit darauf, die Nutzung neuer biotechnologischer Methoden wie der Genschere Crispr/Cas für die Pflanzenzüchtung zu erleichtern. Der Bundestagsabgeordnete Ebner sowie Europaparlamentarier Häusling finden, dass neue Züchtungstechniken, analog zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Sommer 2018, als Gentechnik einzustufen seien. Eine Deregulierung der Verfahren komme nicht infrage, stellte Häusling in der Vergangenheit unmissverständlich klar.

Die Parteispitze der Grünen steht der neuen Gentechnik allerdings offener gegenüber. Der Ko-Vorsitzende Robert Habeck hatte für einen Kompromiss geworben, der nun auch im Parteiprogramm steht. Die Forschung zu neuen Züchtungsverfahren solle nicht ausgeschlossen werden, sagte er. In der Anwendung favorisiert er jedoch eine kritische Haltung. FDP-Chef Christian Lindner fordert bisher, in Deutschland müsse eine Debatte über mehr Offenheit für Innovationen wie der Gentechnologie geführt werden. „Allzu oft werden vor allem Risiken gesehen, wo in Wahrheit Chancen warten – sei es beim Kampf gegen Infektionskrankheiten oder der Sicherung der Welternährung“, so Lindner weiter. Es bleibt also spannend, welche Einigung am Ende dabei herauskommt.
„Im Wahlkampf hat das Thema Landwirtschaft kaum stattgefunden. Ich hoffe, dass es in den Koalitionsverhandlungen mehr Beachtung erhält.“
Bernhard Barkmann, Landwirt und Agrarblogger, 

Vorgaben und Ziele hat die Europäische Kommission bereits in ihrem Green Deal und dem Klimapaket "Fitfor55" gemacht. Welche Weichen wird die neue Bundesregierung im Rahmen dessen stellen? Darüber diskutieren die Gäste beim 7. Bayer-AgrarGespräch "Quo Vadis Agrarpolitik – Welche Akzente sollte die neue Bundesregierung setzen?" am Dienstag, 2. November ab 15 Uhr. Dr. Jan Grossarth, Hochschullehrer und Autor, Dirk Fisser, Redakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung und Bernhard Barkmann, Landwirt und Agrarblogger sind mit von der Partie. Durch die Sendung führt Henrike Schirmacher, Berlin-Korrespondentin bei der agrarzeitung. Hier anschauen!

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