Schweinehalter in Deutschland sollten sich gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP wenden, fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). In den USA gebe es weder eine Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung noch Genehmigungsverfahren für den Bau von Schweineställen. Gülle werde in offenen Lagunen gelagert, die häufig nicht mit Folien abgedichtet seien. Es gebe keine Tierschutzvorgaben zur Spaltenbreite in den Böden oder zum Platzangebot für die Tiere. US-Schweine hätten noch deutlich weniger Platz als ihre Artgenossen laut EU-Schweinehaltungs-Verordnung, kritisiert die ABL.

Etwa drei Viertel des Schweinefleischs werde in großen Integrationen erzeugt. „Was in der hiesigen Schweinhaltung erst beginnt und noch verhindert werden kann, das ist in den USA leider längst traurige Realität, zum Beispiel Megaställe in agrarindustriellen Dimensionen mit bis zu 50.000 Sauen pro Anlage“, kritisiert die AbL. Das „Umwelt- und Tierschutz-Dumping in den USA“ begründe massive Kosten- und Export-Vorteile für die US-Fleischkonzerne. Damit könnten die deutschen Landwirte nicht mithalten. (az)
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