Milchpreis

ABL sieht kein Ende der Krise

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sieht bei den Milcherzeugerpreisen noch kein zufriedenstellendes Niveau. Ein kostendeckender Milchpreis liege für die allermeisten Milchbetriebe deutlich oberhalb von 40 Cent, erklärt der niedersächsische AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann. Aktuell würden aber nur 30 bis 35 ct/kg bezahlt.

Verärgert ist die AbL über den „Milchpräsidenten“ des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, der in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt hatte, mit aktuell 31 ct/kg eine „Schwarze Null“ zu schreiben. Schmal hatte zudem bezweifelt, dass ein Anstieg auf über 40 ct/kg wahrscheinlich ist und darauf verwiesen, dass man an der EEX für 2017 Milch zu einem Preis von 35,3 ct/kg verkaufen könne. „Das wäre schon sehr ordentlich über dem, was wir im gerade abgeschlossenen Jahr bekommen haben“, so Schmal.

Diese Aussagen zeigen nach Meinung der AbL, dass „Bauernverbands-Funktionäre, von denen viele auf gut bezahlten Posten in Molkereikonzernen säßen, die Interessen der Milchbauern weiterhin denen der Milchindustrie opferten“. Schmals Aussagen nützten „eindeutig den Interessen der Milchindustrie und deren Bestreben, hierzulande möglichst wenig auszuzahlen, um zu den Niedrigpreisen der neuseeländischen oder US-Konkurrenz auf dem ruinösen Weltmarkt mitmischen zu können“, kritisiert Ilchmann.

Die Milcherzeuger würden zur Existenzsicherung und zum Ausgleich der massiven Vorjahresverluste „jetzt ganz rasch sehr viel höhere Auszahlungspreise“ benötigen. Dazu müsse der Druck auf die Milchwirtschaft weiter aufrechterhalten werden. (SB)
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