Milchkrise

AbL: DMK handelt auf Kosten der Bauern


Die DMK-Molkereispitze agiere gegen die Bauern, so der Vorwurf der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Das Handeln der Genossenschaft sei unverantwortlich. Die AbL begründet ihre Aussage damit, dass die Molkerei den Milchbauern mitgeteilt habe, den Grundpreis für die im Juni gelieferte Milch nochmals um 1 Cent je kg abzusenken auf dann nur noch 20 Cent je kg Milch. „Seit Monaten fordern wir die DMK-Spitze auf, einen aktiven Beitrag zur Lösung der Krise am Milchmarkt zu leisten und einen befristeten Bonus für Mengenvernunft einzuführen", sagt Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL.

AbL sieht beim DMK kein solidarisches Handeln

Die DMK-Molkereiführung habe das jedoch rundweg abgelehnt, obwohl auch sie die Übermenge am Milchmarkt für den starken Preisverfall verantwortlich mache. Die Molkerei bediene sich nach Gutsherrenart bei den Milchbauern. Das sei das Gegenteil von solidarischem Handeln im Sinne der Genossenschaftsmitglieder, so Janßen weiter. Von daher sei es nur folgerichtig, dass das Bundeskartellamt ein Verfahren zur Prüfung der Geschäftspolitik der DMK-Molkerei eingeleitet habe.

Kartellamt widmet sich dem Milchmarkt

Das Bundeskartellamt will angesichts des Preisverfalls bei der Milch die Geschäftsbeziehungen zwischen Landwirten und Molkereien grundsätzlich genauer unter die Lupe nehmen. Das sagte Kartellamtschef Andreas Mundt dem Berliner "Tagesspiegel" am Montag. Aufgrund der Andienungspflicht müssen die Bauern ihre Milch zu 100 Prozent an ihre Molkerei zu liefern, die die Milch auch abnehmen müssen. "Das erschwert eine Anpassung der Menge an die Nachfrage. Das schauen wir uns jetzt genauer an", sagte Mundt der Zeitung. Dem Bundeskartellamt geht es dabei unter anderem um die Dauer der Verträge, gekoppelt mit langen Kündigungsfristen.

Die AbL plädiert derweil für eine gemeinsame Strategie zwischen den Molkerieen und den Bauern, um für eine gezielte Verringerung der Milchmenge zu sorgen und nachhaltige Preiswende am Milchmarkt einzuleiten. (mrs)
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