Schweinehaltung

AbL fordert breiten Konsens

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert zügige Entscheidungen darüber, unter welchen Bedingungen Schweine in Zukunft gehalten werden sollen. Damit die Betriebe in tiergerechte Ställe und Haltungsverfahren investieren, müssten sie möglichst früh und konkret wissen, wie die wesentlichen Anforderungen des Tier- und Umweltschutzes an die Schweinehaltung in den nächsten 10 bis 15 Jahren aussehen. Darüber müsse zügig ein breiter Konsens zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft hergestellt werden, fordert die AbL in einem Strategiepapier, das am Montag an den Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz und niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) übergeben wurde.

Veränderungen im Konsens mit Nachbarländern

Um die aktuelle Verunsicherung unter den Schweinehaltern zu beenden ist aus Sicht der AbL ein Gesamtkonzept für Schweinhaltung in Deutschland notwendig. Langfristig sollen in allen Schweineställen eingestreute Liege- und Außenklimabereiche geschaffen werden, die Dauer der Kastenstandhaltung reduziert und das freie Abferkeln in strukturierten Buchten ermöglicht werden. Geklärt werden müsse, ab wann auf das Kupieren der Schwänze generell verzichtet werden kann, wie Außenklimaställe immissionsrechtlich eingestuft werden und wie die Tierhaltung an die Fläche gebunden werden soll. „Diese Zielmarken des Ordnungsrechts müssen jetzt geklärt und für einen festen Zeitraum verbindlich festgelegt werden“, fordert die AbL. Darüber sollte mit den wichtigen Erzeugerländern Dänemark, Niederlande und Belgien ein Konsens angestrebt werden.

Verbindliche Kennzeichnung der Haltungsbedingungen

Die Kosten für die Umstellung der Schweinehaltung könnten nicht allein durch Umschichtungen im Agrarhaushalt und bei den Direktzahlungen aufgebracht werden, betonte der AbL-Vorsitzende Martin Schulz am Montag bei der Vorstellung des Konzeptes in Rodewald (Niedersachsen). Zumindest für eine Übergangszeit sei eine Fleischabgabe notwendig, in die auch Importware einbezogen werden müsse.

Notwendig seien zusätzliche Mittel zur Investitionsförderung. Ein Teil der Mehrkosten soll durch höhere Erlöse gedeckt werden. Dazu schlägt die AbL ein zweistufiges Tierwohllabel vor. Flankiert werden soll die finanzielle Unterstützung durch eine verbindliche Kennzeichnung der Tierhaltung und der nationalen Herkunft sowie einen Außenschutz für Importe aus Drittländern. Es müsse sichergestellt werden, dass diese Fleischwaren zu den in der EU geltenden Regeln produziert wurden. Dies gelte besonders für ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Ländern. (SB)
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