Wolfsschutz

AbL fordert verändertes Jagdrecht

Mit deutlicher Kritik reagiert der niedersächsische Landesverband der AbL auf eine Pressemitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums zur Entwicklung der durch Wölfe verursachten Risse an Nutztieren. So hatte der Umweltminister Stefan Wenzel in dieser Woche auf rückläufige Fallzahlen im laufenden Jahr im Vergleich zum  Vorjahr verwiesen.

Die von Umweltminister Stefan Wenzel zum Schutz der Nutztiere empfohlenen wolfsabweisenden Zäune  hätten nur eine „angebliche Wirksamkeit", so die AbL. Vielmehr hätten die nutztierspezialisierten Wolfsrudel gelernt, diese Zäune zu überwinden. Diese führe dazu, dass sich Wolfspopulationen in Regionen mit ausgeprägter Weidehaltung weiter ausdehnen. Der AbL-Landesvorsitzende Ottmar Ilchmann bezeichnet es als vollkommen unrealistisch, die Flächen ganzer Weidetierhaltungsbetriebe oder gar ganzer Regionen mit unbezahlbaren Zäunen einzugrenzen. Es führe kein Weg daran vorbei, eine Debatte um eine sachgerechte  Gestaltung des Jagdrechts zu führen.  Dies sei im Hinblick auf die Sicherung der ohnehin agrarstrukturell stark gefährdeten Weidehaltung besonders in Grünlandregionen nunmehr dringendst angesagt, so Ilchmann.

Nach aktuellen Zahlen des niedersächsischen Umweltministeriums  seien 2015 bis einschließlich September  insgesamt 47 Fälle von Nutztierrissen mit insgesamt 118 getöteten Nutztieren verzeichnet worden. Für  2016 werden bis einschließlich  September 38 Fälle mit 96 getöteten Tieren aufgeführt. (jst)
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