EU-Reduktionsprogramm

AbL lobt Milcherzeuger

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ist mit den Ergebnissen des ersten EU-Programms zur Milchmengen-Reduzierung zufrieden. Sie seien ein Beleg dafür, dass Milchbauern bereit sind, Verantwortung für das Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu übernehmen und in einem koordinierten Vorgehen die Menge um einige Prozentpunkte zu senken.

Der stellvertretende AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann befürchtet aber, dass ein Teil der Mengenreduzierung durch Betriebsaufgaben erfolgen werde und nicht allein durch ein Verringern des Kraftfuttereinsatzes oder ein verstärktes Rohmilch-Verfüttern an Kälber. „Kollegen geben die Milchviehhaltung nicht nur auf, weil die Molkereien jetzt zwei Jahre lang brutal niedrige Milchpreise auszahlen. Viele geben auch deshalb auf, weil die Bundesregierung und die EU-Kommission sich so lange dogmatisch geweigert haben, an einer gezielten und koordinierten Reduzierung der Milchmenge mitzuarbeiten. Dort zählte allein das Interesse der Milchindustrie an billiger Milch“, meint Ilchmann.

„Viele der 3.500 Betriebe, die im letzten Jahr aufgegeben haben, hätten wir als Kollegen behalten, wenn die jetzigen Maßnahmen ein Jahr früher gekommen wären“, sagte der Milchbauer. Dass nun die Zahlung von Steuergeldern an das Runterfahren der Milchmenge gebunden wird, führt die AbL auf die vielen Aktionen von Milchviehhaltern zurück. „Der Erhalt möglichst vieler bäuerlicher Betriebe wird als Wert erkannt, und zwar nicht nur in unseren Dörfern, sondern weit darüber hinaus in der ganzen Gesellschaft“, bewertet Ilchmann den großen Zuspruch in der Öffentlichkeit für die Anliegen der Milchbauern.

Die AbL erneuert ihre Aufforderung an die Molkereien, ebenfalls einen aktiven Beitrag für ein Marktgleichgewicht zu leisten. Die größte niederländische Genossenschaftsmolkerei FrieslandCampina zeige, wie es gehen kann. Diesem Beispiel sollten die Molkereien in Deutschland dringend folgen, fordert der stellvertretende AbL-Vorsitzende. Das sei die beste Ausgangsposition, um in den Verkaufsgesprächen mit den Handelsketten die notwendige Preiserhöhung durchzusetzen. Es müsse dringend Geld auf die Höfe. „Wir sind lange genug für die Molkereien in Vorleistung gegangen“, so Ilchmann. (SB)
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