Zuckerrüben

AbL warnt vor Preisverfall


Schuld an dieser Entwicklung sind nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die großen europäischen Verarbeiter wie Nordzucker, Südzucker, Tereos und British Sugar. Weil ab 2017 die bestehenden Mengenbegrenzungen und die Mindestpreise bei Zuckerrüben wegfallen, setzten die Zuckerkonzerne verstärkt auf Verdrängungskampf, Überschussproduktion und Weltmarkt-Export, kritisiert die Abl. Dafür würden die Verarbeiter billige Rüben benötigen. Die AbL fordert die Rübenbauern auf, ihre Interessen gegenüber den Zuckerkonzernen durch konzernunabhängigere und konzernübergreifende Anbauer-Verbände zu verteidigen. Bei den diesjährigen Verhandlungen der Rübenanbauer mit den Zuckerfabriken über die künftigen Rübenpreise und Transportkosten-Erstattungen sei überdeutlich geworden, wie weit die Interessen von Landwirten und Zuckerfabrik-Managern auseinander lägen.

„Die Zuckerkonzerne wollten noch niedrigere Rübenpreise, um billige Zuckerüberschüsse zu produzieren und diese in Drittländer außerhalb der EU zu exportieren – in ruinöser Konkurrenz mit Zuckerkonzernen aus den USA oder Brasilien“, erklärt die Abl. Durch die angestrebte Intensivierung und die Niedrigpreise drohe auch ein Ende der bisherigen EU-Standards im Rübenbau, vor allem der Anbau gentechnikfreier Rübensorten. (SB)
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