EU-Ökoverordnung

Abgeordnete lehnen Grenzwert ab


Der EP-Agrarausschuss lehnt allerdings Grenzwerte für Rückstände von unerlaubten Substanzen im Ökolandbau ab. Stattdessen soll das Vorgehen in der EU vereinheitlicht werden, falls in Ökoerzeugnissen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden werden. Die Abgeordneten einigten sich auf einen Kompromiss, in dem genau beschrieben wird, wie bei Spuren von nicht zugelassenen Substanzen vorzugehen ist. Vermarktungsverbote sollen unter anderem davon abhängen, ob es sich um wiederholte Fälle handelt.

Die Ökobranche hatte sich gegen Grenzwerte gewehrt. Dadurch werde die ohnehin aufwendige Produktionsweise in Biobetrieben noch weiter erschwert, was keiner wolle, argumentierten die Verbandsvertreter. „Es gibt einzelne Betrugsfälle, zumal der Markt für Ökoprodukte wächst“, erklärte Berichterstatter Martin Häusling von den Grünen. Aber auf Produkte mit dem Ökosiegel in der EU könne man sich in der Regel verlassen, meinte der Abgeordnete.

Der Berichterstatter setzte gegen den Kommissionsvorschlag durch, dass Ökobetriebe auch zukünftig einer besonderen Kontrolle unterliegen. Es soll zudem bei jährlichen Vor-Ort-Kontrollen bleiben. Das Parlament muss jetzt mit den EU-Mitgliedstaaten über die Reform der EU-Ökoverordnung verhandeln. (Mö)
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