Klonen

Abgeordnete wehren sich


Der Umgang mit Fleisch, Milch oder Embryos von den Nachkommen geklonter Tiere sorgt in Brüssel für Kontroversen. Die Europaabgeordneten sprachen sich auf einer Anhörung für ein Verbot von „Klonfleisch“ und anderen Produkten von den Nachkommen geklonter Tiere aus.

Klonen führe zu Missbildungen und zu einer erhöhten Mortalität, sind sich die Abgeordneten im EP weitgehen einig. Um die Tiere vor dem Klonen zu schützen, müsste nicht nur die neue Zuchtmethode als solche verhindert werden. Auch die Verwertungsmöglichkeit der neuen Zuchtmethode sollte zumindest beschränkt werden.

Die EU-Kommission dagegen will nicht so weit gehen wie die Parlamentarier. Sie möchte lediglich das Klonen in der EU für die kommenden fünf Jahre verbieten. Erzeugnisse von den Nachkommen geklonter Tiere dürfen dagegen nach einem Vorschlag der EU-Kommission auf den Markt gelangen, zum Beispiel über Importe aus den USA. Auch eine Kennzeichnungspflicht für importiertes „Klonfleisch“ lehnt EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis ab. Die Rückverfolgbarkeit sei viel zu aufwendig.

Jan Venneman, Direktor des Europäischen Forums für Viehzüchter (EFFAB) betonte, der Import von Embryonen von geklonten Tieren sei wichtig, damit die Landwirtschaft der EU wettbewerbsfähig bleibe. Deshalb warnte Venneman die Europaabgeordneten vor Verschärfungen des Kommissionvorschlags.

Xavier David vom Europäischen Bauernverband (Copa) erklärte dagegen auf der Anhörung im EP, die Landwirte können ohne Verluste auf des Klonen verzichten. (Mö)
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