Der Milchindustrie-Verband lehnt die Gründung einer Branchenorganisation „Milch“ ab. Dies geht aus einer Antwort des Verbandes, an die Landesbauernverbände in Ostdeutschland nach Informationden von agrarzeitung.de hervor. Im September hatten diese in einem Offenen Brief den Milchindustrie-Verband und den Deutschen Raiffeisenverband dazu aufgefordert, mittels einer Branchenorganisation für mehr Transparenz sowie Unterstützung bei der zeitgemäßen Gestaltung von Lieferverträgen zu sorgen.

Die Enttäuschung der Landesverbände ist groß.

„Eine gemeinsame Branchenorganisation könnte dabei helfen, dass wir Milchkrisen wie die aktuelle in der Zukunft vermeiden“, sagt Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg. „Leider lehnt der Milchindustrie-Verband diese Verantwortung ab.“ In Brandenburg sind im vergangenen Jahr rund 60 Betriebe aus der Milchproduktion ausgestiegen. Die Zahl der Milchkühe ging um 10.000 zurück.

„Wenn der Milchindustrie-Verband in seiner Antwort argumentiert, dass jeder Verband für sich an den bekannten Problemen arbeiten könnte, kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen“, zitiert Wendorff aus dem Brief. Besonders kritisiert Wendorff, Umstand, dass der Milchindustrie-Verband in seinem Schreiben abstreitet, dass das alleinige wirtschaftliche Risiko der Produktion derzeit bei den Milchbauern liege. Ein massenhaftes Sterben der Molkereien wie bei uns Bauern habe er  bisher nicht feststellen können. (da)
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