Thünen-Institut

Ackerbauer unter Druck

Für Europas Landwirte wird die Luft dünner. Nicht nur die gesellschaftliche Skepsis gegenüber aktuellen Produktionsmethoden, sondern auch handfeste betriebswirtschaftliche Fakten zwingen sie zu Veränderungen. Dies ist ein Ergebnis der vom TI organisierten agri benchmark Cash Crop Konferenz, die im Juni in Berlin stattfand.


Über 50 Teilnehmer aus mehr als 30 Mitgliedsländern des Cash Crop Netzwerks diskutierten Trends und Perspektiven im Ackerbau. Verschiedene Faktoren erfordern ein Umdenken, so ein Fazit der Tagung. Dazu gehören unter anderem die strengere Regulierung des Nährstoffüberschusses, die abnehmende Verfügbarkeit von effektiven Pflanzenschutzmitteln und rückläufige Gewinnmargen. „Europäische Landwirte stehen heute unter starkem Anpassungsdruck“, unterstrich Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens als Gastredner der Konferenz.

Ausweitung der Fruchtfolge als Lösung

Thomas de Witte, Wissenschaftler am Thünen-Institut und Mitglied im agri benchmark Cash Crop Netzwerk, hat auf der Grundlage zweier deutscher Fallstudien als Kernelement möglicher Anpassungsstrategien eine Verbreiterung der Fruchtfolge identifiziert. Dabei ist entscheidend, dass die Landwirte künftig mehr Sommerkulturen und – soweit ökonomisch machbar – vermehrt Blattfrüchte anbauen. Die beiden Fallstudien zeigen, dass ein solcher Weg nicht nur ackerbaulich positiv wäre, sondern auch ökonomisch tragfähig sein kann.


Wie agri benchmark Partner aus Dänemark, Großbritannien und Frankreich bestätigten, stehen die meisten europäischen Landwirte vor den gleichen Herausforderungen. Daher wird agri benchmark zukünftig verstärkt mit Beratern und Landwirten daran arbeiten, Wege aufzuzeigen, wie Ackerbaubetriebe auf die aktuellen Rahmenbedingungen reagieren können. (kbo)
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