Verkaufsstatistik

Ackerland im Westen immer teurer


Die Preise für landwirtschaftliche Grundstücke sind in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 auf 40.049 €/ha gestiegen, das sind rund 18 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Innerhalb von nur fünf Jahren stieg damit der Preis für landwirtschaftliche Flächen in Nordrhein-Westfalen um 49 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der vom Landesbetrieb Information und Technik aufgestellten Statistik durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
Westfalen an der Spitze
Im Jahr 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 3.100 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 4.400 ha verkauft, 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die höchsten Bodenpreise wurden in den Regierungsbezirken Münster mit 55.923 €/ha und im Regierungsbezirk Düsseldorf mit 51.090 €/ha notiert. Im Regierungsbezirk Köln mussten für Agrarland im Schnitt 38.459 € bezahlt werden. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist hier mit 25,6 Prozent NRW-weit absolute Spitze. (SB)

Außerlandwirtschaftliche Anleger investieren

NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel und der Direktor der Landwirtschaftskammer NRW, Dr. Martin Berges, erklärten, dass sie die rasante Preissteigerung der vergangenen Jahre mit Sorge sehen. „Für aktive landwirtschaftliche Betriebe wird es angesichts dieser Preise immer schwieriger, die für die Weiterentwicklung der Betriebe dringend benötigten Flächen durch Kauf langfristig zu sichern", kommentierte Remmel die Statistik. Hinzu komme, dass steigende Grundstückspreise auch die Pachtpreise, die in NRW ohnehin schon seit Jahren bundesweit an der Spitze stünden, weiter nach oben treiben.

Nach Beobachtung der Landwirtschaftskammer NRW investieren zunehmend auch außerlandwirtschaftliche Kapitalanleger in landwirtschaftliche Grundstücke, die diese nicht selbst bewirtschaften wollen. „Grund hierfür sind vor allem die enorme Wertsteigerung, die die Verzinsung zahlreicher anderer Kapitalanlagen weit hinter sich gelassen haben", erklärte  Berges. Diese Wertsteigerung sei aber nur zu realisieren, so Remmel und Berges, wenn das Land später wieder verkauft werde. Landwirte, die davon leben müssten, was sie auf dem Acker und in ihrem Betrieb erwirtschaften, könnten da schon lange nicht mehr mithalten. „Deshalb sind wir aufgefordert, wie jüngst auf der Agrarministerkonferenz mit dem Bundesminister verabredet, die rechtlichen Möglichkeiten, die sich im Rahmen des Grundstücksverkehrsrechts bieten, noch einmal sehr genau zu prüfen und gegebenenfalls zu erweitern," betonte Remmel.

Im Bundesvergleich liegen die Preise für landwirtschaftliche Flächen in NRW nach Bayern erneut an zweiter Stelle. Im bundesweiten Durchschnitt wurden 18.100 €/ha bezahlt. Auch im Bund stiegen die Preise deutlich, allerdings liegt die Teuerungsrate hier mit 10,5 Prozent deutlich unter dem Wert in NRW. (SB)
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