Bodenmarkt

Ackerland wird viel teurer

In den Regionen mit hoher Viehdichte und vielen Biogasanlagen sind die Bodenpreise besonders stark gestiegen.
-- , Foto: Steffen Bach
In den Regionen mit hoher Viehdichte und vielen Biogasanlagen sind die Bodenpreise besonders stark gestiegen.

Für einen Hektar Ackerland mussten die Käufer im Landkreis Vechta 2015 im Durchschnitt 91.623 € bezahlen. Am günstigsten war ein Hektar Ackerland in Niedersachsen im Landkreis Osterode am Harz mit durchschnittlich 14.731 €. Grund für das große Gefälle sei die unterschiedliche Agrarstruktur in den niedersächsischen Regionen, vor allem in der Tierhaltung, erklärte das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN), das die Daten im aktuellen Statistischen Monatsheft veröffentlichte.

Flächen knapp und teuer
Insgesamt investierten die Landwirte in Niedersachsen im vergangenen Jahr 391 Mio. € in den Flächenkauf, das waren 14,4 Prozent mehr als 2014. Gegenüber 2010 stieg das Investitionsvolumen um 55,2 Prozent. Dabei wechselt jährlich eine immer kleinere Fläche den Besitzer. 2010 wurde 8.255,8 ha Ackerland verkauft gegenüber 7.455,3 ha im Jahr 2015. Bei Grünland verringerte sich die gehandelte Fläche im gleichen Zeitraum von 5.289,8 auf 4.199,6 ha. (SB)

Veredelungsregionen an der Spitze

Die höchsten Preise für Ackerland wurden außerdem in den veredelungsstarken Landkreisen Cloppenburg (78.624 €), Osnabrück (62.291 €), Emsland (61.723 €) und Grafschaft Bentheim (60.882 €) bezahlt. Dort gibt es nicht nur hohe Tierzahlen, sondern auch viele Biogasanlagen. In diesen Kreisen waren die Hektarpreise für Ackerland rund doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt (37.922 €).

Starker Anstieg in Milchviehgebieten

Seit dem Jahr 2010 sind die ohnehin schon hohen Preise je Hektar noch einmal sprunghaft angestiegen. Für ganz Niedersachsen liegt das Plus bei 85,6 Prozent. Am stärksten stiegen die Preise in den Landkreisen Ammerland um 138,7 Prozent auf 41.826 €). Auch in einigen anderen Kreisen mit intensiver Milchviehhaltung sind die Preise für Ackerland überdurchschnittlich stark gestiegen, darunter Friesland (um 128,5 Prozent auf 35,670 €), in Rotenburg/Wümme (um 128,1 Prozent auf 32.216 €), Leer (um 120,8 Prozent auf 35.144 €) und Cuxhaven (um 103,6 auf 26.646 €)

Zuwachs beim Grünland geringer

Deutlich teurer wurde von 2010 bis 2015 auch Grünland, allerdings fällt der Zuwachs mit 63 Prozent etwas moderater aus. Im Landesdurchschnitt kostete Grünland 19.153 € je Hektar. Die höchsten Preise wurden mit 44.830 € in der Grafschaft Bentheim bezahlt. (SB)
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