Forschungsprojekt

Ackern mit weniger Emissionen

„Mit weniger mehr erreichen“ lautet das Motto des vom Branchenverband VDMA Landtechnik initiierten CO2-Forschungsprojekts EKoTech. Ziel ist es, den europäischen Landwirten modernste Landmaschinen, Traktoren und Systeme anzubieten, um den CO2-Ausstoß entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette abzusenken. Es ist mit einem Etat von rund 5 Mio. € ausgestattet, von denen das Bundesagrarministerium etwa 60 Prozent übernimmt.

Nicht nur Kraftstoffverbrauch betrachten

„Gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlern, einem hochkompetent besetzten Industrieteam und dem Know-how des Projektträgers, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, leistet unsere Branche im Rahmen von EKoTech einen essentiellen Effizienz-Beitrag für die Landwirtschaft von morgen“, sagt Christian Dreyer, der Vorsitzende des VDMA Landtechnik. Wer Klimaschutz und Nachhaltigkeit ernst nimmt, komme an einer „integrierten Prozess-Betrachtung“ nicht vorbei. Nur den Kraftstoffverbrauch einzelner Maschinen zu berücksichtigen, wie dies bisher geschah, reiche dafür „nicht einmal ansatzweise“ aus, betont Dreyer.

Klimabilanz der Agrarproduktion berechnen

Vielmehr stehen die CO2-Emissionen pro Produktionseinheit im Fokus des Forschungsvorhabens. „Was EKoTech so vielversprechend macht, ist der innovative Ansatz, eine wissenschaftlich fundierte Maßeinheit zu entwickeln, mit deren Hilfe wir die Agrarproduktion erheblich effizienter und umweltfreundlicher gestalten können als bisher“, sagt Dr. Eberhard Nacke, der das Projekt als Chairman und Industrierepräsentant mitverantwortet. In Zukunft könne jeder Landwirt und Lohnunternehmer genau feststellen, „wie viel Gramm CO2 er emittiert hat, um beispielsweise eine Tonne Weizen oder einen Doppelzentner Kartoffeln zu produzieren“, betont Nacke.

Gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen

In einem ersten Schritt soll anhand einer umfangreichen empirischen Betriebsdatenanalyse der Status quo ermittelt werden, um anschließend mithilfe von Modellbetrieben Optimierungspotentiale zu heben. Entscheidend sei es effiziente Prozesse und kluge Vernetzungsideen auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette zu berücksichtigen. Landmaschinen und Traktoren leisteten einen wesentlichen, aber keineswegs den einzigen Erfolgsbeitrag für eine nachhaltige Agrarwirtschaft von morgen und übermorgen. (SB)
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